In der Welt des Account-Based Marketing ist „Retargeting vs. Remarketing“ eines dieser Themen, bei denen sich die Definitionen der Begriffe, relevanten Praktiken, Tools und deren Anwendungsweisen häufig überschneiden.
Darüber hinaus erschweren Tools, die beide Möglichkeiten für Marketer bieten – wie Google Ads, AdRoll und Mailchimp – die Unterscheidung zusätzlich. So ist es für Unternehmen schwierig, die richtige Methode für die Leadgenerierung, die Pflege von Interessenten und die Vermeidung von Abwanderung zu wählen.
In diesem Artikel unterscheiden wir zwischen Remarketing und Retargeting, stellen Ressourcen und Retargeting-Software vor, die Sie benötigen, und helfen Ihnen dabei, zu entscheiden, welche Methode für Ihr Unternehmen am besten ist.
Was ist Retargeting?
Retargeting zeigt Ihre Anzeigen Personen an, die Ihre Website bereits besucht haben, aber keine gewünschte Aktion abgeschlossen haben. Die gewünschte Aktion könnte zum Beispiel die Anmeldung für eine kostenlose Testversion oder das Abonnieren des Newsletters sein.
Diese ABM-Marketing-Strategie verwendet Cookies, um diese Besucher im Internet zu verfolgen und Ihre Anzeigen anzuzeigen, wenn sie auf anderen Websites surfen. Retargeting-Anzeigen sind besonders effektiv, um Unternehmenskunden gezielt anzusprechen, da Sie Ihre Botschaften bestimmten Zielgruppen anzeigen können.
Wenn Ihre Besucher Ihre Angebote immer wieder sehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Ihre Website besuchen, Ihr Produkt ausprobieren oder eine Demo anfordern. Das bringt eine Vielzahl heißer Leads in Ihren Sales-Funnel.
Verschiedene Tools wie Google Ads und Criteo können Online-Aktivitäten nachverfolgen, um Ihrer Zielgruppe personalisierte Werbeerlebnisse zu bieten.
Arten von Retargeting-Strategien
Retargeting einer Zielgruppe mit Display-Anzeigen kann auf zwei Arten erfolgen:
- On-Site-Retargeting: Ziel ist es, mit Ihren Besuchern zu interagieren, während sie sich auf Ihrer Website befinden. Hierbei geht es darum, sie zu einer bestimmten Handlung zu motivieren. Elemente wie Exit-Intent-Pop-ups oder dynamische Formulare unterstützen dabei.
- Off-Site-Retargeting: Diese Methode verfolgt Ihre Besucher weiter, um ihnen nach dem Verlassen Ihrer Seite personalisierte Anzeigen zu zeigen. So bleibt Ihre Marke präsent, und wenn die Kaufentscheidung fällt, wissen sie direkt, wohin sie gehen müssen.
Für B2B-Marken empfiehlt es sich, zunächst mit On-Site-Retargeting zu starten, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen Besucher in einen Lead oder zahlenden Kunden zu verwandeln. Zudem ist der nötige Aufwand hier meist geringer.
Vorteile von Retargeting
Sowohl On-Site- als auch Off-Site-Retargeting-Kampagnen bieten folgende Vorteile:
- Erhöht die Conversion-Rate, indem Ihre Zielgruppe immer wieder an Ihre Produkte und Dienstleistungen erinnert wird
- Stärkt die Markenbekanntheit, da die Zielgruppe regelmäßig Ihre Werbebotschaften sieht
- Verbessert die Personalisierung für potenzielle Kunden, indem diese Empfehlungen sehen, die auf ihren Bedürfnissen basieren
- Ergänzt andere Werbemaßnahmen wie E-Mail-Marketing oder Social-Media-Marketing
Zusammengefasst bringt Retargeting mehr Leads in Ihren Vertriebs-Funnel, indem Ihre Anzeigen den Besuchern im gesamten Internet angezeigt werden. Bei Off-Site-Retargeting-Kampagnen ist es essenziell, das Cookie-Einverständnis Ihrer Zielgruppe einzuholen.
Was ist Remarketing?
Remarketing spricht gezielt bestimmte Besucher oder ehemalige Kunden mit individuellen Botschaften an. Dies kann beispielsweise über personalisierte E-Mail-Kampagnen oder Plattformen wie LinkedIn erfolgen. Ziel ist es, diese Zielkonten an Ihre Angebote zu erinnern und sich persönlich wieder mit ihnen zu verbinden.
Dies unterscheidet sich von Retargeting, bei dem personalisierte Anzeigen oder Pop-ups ausgespielt werden, die Nutzer im Internet adressieren.
Unternehmen verlassen sich auf Remarketing-Kampagnen, um zum Beispiel individuelle Angebote zu versenden oder an Produkte im Warenkorb zu erinnern. Dadurch können Kunden wieder aktiviert oder zum Abschluss des Kaufs bewegt werden. Gängige Tools hierfür sind Mailchimp und HubSpot.
Vorteile von Remarketing
Die erneute Kontaktaufnahme mit bestimmten Konten über einen Kommunikationskanal bietet diese Vorteile:
- Steigert die Kundenbindung, indem frühere Käufer regelmäßig an Ihre Angebote erinnert werden und so die Loyalität steigt
- Erhöht die Interaktionsrate, da Interessenten häufiger auf personalisierte Nachrichten statt auf allgemeine Werbung reagieren
- Senkt die Customer Acquisition Cost (CAC), weil durch guten Service Wiederholungskäufe bei Bestandskunden gefördert werden
- Verbessert das Markenerlebnis, da sich bestehende Kunden durch die individuelle Ansprache wertgeschätzt fühlen
Zusammenfassend bringen Remarketing-Kampagnen Kunden durch personalisierte Nachrichten näher an Ihre Marke. Remarketing kann vorteilhaft sein, um den Customer Lifetime Value (CLTV) zu steigern und die CAC zu senken.
Retargeting vs. Remarketing: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Sowohl Remarketing als auch Retargeting bieten Unternehmen große Vorteile, um Zielgruppen zu erreichen, Leads zu konvertieren und Kunden zu binden. Um jedoch endgültig zu bestimmen, welche Methode für Ihre Marke am besten ist, ist es wichtig, die Überschneidungen und Unterschiede zwischen beiden zu betrachten.
| Schlüsselaspekte | Retargeting | Remarketing | Gemeinsamkeiten |
|---|---|---|---|
| Personalisierungsgrad | Überwacht Besucher im Web, um Display-Anzeigen basierend auf personalisierten Bedürfnissen auszuspielen | Versendet maßgeschneiderte Nachrichten per E-Mail oder Social Media direkt an Leads | Beide personalisieren das Einkaufserlebnis für die Zielgruppe |
| Datenarten | Setzt auf Cookie-Daten, um programmatische Anzeigen auf verschiedenen Plattformen (Suchmaschinen, Social Media, Drittanbieter-Websites) zu schalten | Nutzt Datenpunkte aus CRM-Systemen, einschließlich vergangener Käufe, Kaufmuster und E-Mail-Reaktionsfähigkeit | Beide nutzen datengesteuerte Ansätze zur Auslieferung personalisierter Inhalte |
| Benötigte Ressourcen und Tools | Tools: Google AdWords, AdRoll und Criteo zur Verwaltung und Ausspielung von Anzeigen in Werbenetzwerken und Social Media Plattformen | Tools: Mailchimp, HubSpot und Klaviyo zur Verwaltung und zum Versand von Remarketing-E-Mails | Beide erfordern spezialisierte Marketing-Software für die Durchführung der Kampagnen |
| Kanäle | Nutzt Online-Anzeigen in Social Media, Suchmaschinen, Drittanbieter-Websites oder externen Werbenetzwerken | Verwendet E-Mails, SMS, In-App-Benachrichtigungen und Social Media Postfächer | Beide zielen darauf ab, bestehende Kunden erneut anzusprechen und Conversions zu erzielen |
1. Personalisierungsgrad
B2B-Marketingteams können beide Ansätze nutzen, um das Einkaufserlebnis ihrer Zielgruppe zu personalisieren. Der Unterschied liegt in der Ausführung.
Retargeting-Kampagnen verfolgen Ihre Besucher im Web, um ihnen Display-Anzeigen basierend auf ihren individuellen Bedürfnissen anzuzeigen. Beim Remarketing hingegen werden maßgeschneiderte Nachrichten direkt per E-Mail oder über Social Media an die Leads versendet.
Wie Sie sich vorstellen können, nutzen Retargeting und Remarketing unterschiedliche Arten von Daten, was uns zum nächsten Punkt bringt.
2. Datenarten
Da Retargeting Ihre Zielgruppe im Web verfolgt, basiert es auf Cookie-Daten. Diese Informationen sind entscheidend, um programmatische Anzeigen auf verschiedenen Plattformen wie Suchmaschinen, Social Media Kanälen und Drittanbieter-Websites anzuzeigen.
Remarketing-Kampagnen hingegen berücksichtigen Datenpunkte aus Ihren CRM-Systemen. Diese liefern Einblicke in frühere Käufe Ihrer Kunden, Kaufmuster, die Reaktionsfreudigkeit auf Ihre E-Mails usw. Diese Daten sind entscheidend, um personalisierte Angebote in Remarketing-E-Mails zu übermitteln, die bei bestehenden Kunden Anklang finden.
3. Benötigte Ressourcen und Tools
Viele Tools im B2B-Marketing-Stack ermöglichen Teams, beide Strategien gleichzeitig von einem Ort aus zu steuern. Gleichzeitig können Sie auch spezialisierte Marketing-Software in Erwägung ziehen, um die jeweiligen Kampagnen getrennt zu halten und Verwirrung zu vermeiden.
Für Retargeting-Kampagnen werden Tools wie Google AdWords, AdRoll und Criteo benötigt. Mit diesen Programmen können Sie Anzeigen verwalten und schalten – sowohl in Werbenetzwerken als auch auf Social Media Plattformen. Für Remarketing-E-Mail-Kampagnen nutzen Sie Tools wie Mailchimp, HubSpot und Klaviyo.
4. Kanäle
Sie haben vermutlich schon erkannt, dass wir beide Re-Engagement-Strategien bereits ausführlich besprochen haben.
Die Retargeting-Methode nutzt Online-Anzeigen und setzt dabei auf Social Media, Suchmaschinen, Drittanbieter-Websites oder externe Werbenetzwerke. Die Remarketing-Methode hingegen basiert auf E-Mails, Textnachrichten, In-App-Benachrichtigungen (bei SaaS-Produkten) sowie Social Media-Postfächern.
Zusammenfassend sind Remarketing- und Retargeting-Strategien entscheidend, um bestehende Kunden einzubinden und Conversions zu erzielen. Beide ähneln sich in der Ausrichtung auf Personalisierung und datengesteuerte Ansätze, unterscheiden sich jedoch in den eingesetzten Tools, Ressourcen und Kanälen. Die Integration beider Strategien kann Ihre Marketingmaßnahmen insgesamt stärken und den ROI maximieren.
Retargeting vs. Remarketing: Welche Strategie sollten Sie für ABM nutzen?
Die Entscheidung zwischen Retargeting und Remarketing für Ihre ABM-Strategie erfordert, dass Sie Ihre eigenen Anforderungen analysieren und berücksichtigen, worauf Ihre Zielgruppe am besten anspricht.
Wie Sie Retargeting im ABM einsetzen
B2B-Marketingteams können Tools wie Google Ads, RollWorks und AdRoll nutzen, um ihre Zielgruppe im Web gezielt anzusprechen. Die Ausspielung relevanter Inhalte basierend auf den Bedürfnissen und Vorlieben der Website-Besucher sorgt für mehr kaufbereite Leads.
Betrachten Sie das Beispiel von PayScale, einer Vergütungssoftware für Unternehmen, die sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern Echtzeit-Einblicke bietet. Sie nutzten RollWorks, um eine bestimmte Zielpersona innerhalb ihrer Zielgruppe anzusprechen.
Dies führte zu einem Anstieg des Traffics aus Zielunternehmen um 500 %, einer 45%igen Reduzierung der Abschlusszeit und einem 6-fachen Return on Investment (ROI) beim Umsatz innerhalb von sieben Monaten!
Einfach ausgedrückt können B2B-Marken Retargeting nutzen, um ihre Botschaften Entscheidern oder Power-Usern anzuzeigen. So erreichen sie relevante Interessenten, die vermutlich schneller kaufbereit sind.
Wie Sie Remarketing im ABM einsetzen
B2B-Marketingteams können Tools wie HubSpot, Freshworks und Mailchimp nutzen, um mehr über ihre Kunden zu erfahren. Basierend auf diesen Informationen senden sie dann personalisierte Nachrichten mit Angeboten und Empfehlungen über Kampagnen wie E-Mail-Marketing.
Dies erhöht den Customer Lifetime Value sowie die durchschnittliche Dealgröße.
Propeller Aero hat zum Beispiel HubSpot eingesetzt, um genau das zu erreichen. Das 3D-Mapping- und Analyse-Tool nutzt die CRM-Lösung, um hochkarätigen Accounts personalisierte Kauferlebnisse zu bieten. Durch die Durchführung von Remarketing-Kampagnen konnten sie ihre durchschnittliche Dealgröße um 23 % steigern und die Abschlussrate um 12 % erhöhen.
Retargeting vs. Remarketing: Welche Taktik sollten Sie wählen?
Remarketing und Retargeting sind zwei Outreach-Strategien, die Interessenten und ehemalige Kunden an Ihr Angebot erinnern. Beide Methoden setzen auf Personalisierungstaktiken, um die Wahrscheinlichkeit einer Konversion oder eines erneuten Kaufs zu erhöhen.
Es ist wichtig, sich mit Retargeting vs. Remarketing zu befassen, um die Unterschiede zu verstehen und herauszufinden, welche Methode am besten zu Ihren ABM-Anforderungen passt.
Retargeting zeigt Ihrer Zielgruppe durch Cookies verfolgte, programmatisch geschaltete Anzeigen im gesamten Web. Remarketing hingegen unterstützt B2B-Marketer dabei, personalisierte Nachrichten zu schreiben, um ehemalige Kunden erneut zu begeistern.
Beide Methoden – Remarketing und Retargeting – haben sich als effektiv erwiesen, um mit ABM-Kampagnen Leads zu bewerten, Interessenten zu konvertieren und Kunden zu halten.
Es ist entscheidend, daran zu denken, dass sich die eingesetzten Tools und Strategien für beide Marketingmethoden weiterentwickeln.
Auf dem Laufenden zu bleiben über aktuelle Trends, innovative Software und neue Taktiken im ABM kann entscheidend sein, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Abonnieren Sie also unseren Newsletter, um immer die neuesten Impulse rund um das Thema ABM direkt in Ihr Postfach zu erhalten.
