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Reputationsmanagement für Marken besteht heute nicht mehr nur darin, Krisen zu bewältigen. In einer Welt, in der ein einziger Tweet viral gehen und Ihren Aktienkurs in den Keller schicken kann, brauchen Sie einen systematischen Ansatz, um den Ruf Ihrer Marke aufzubauen und zu schützen. Investor Warren Buffett sagte einmal, „Es dauert 20 Jahre, um einen Ruf aufzubauen, und fünf Minuten, um ihn zu ruinieren.“ Und das war noch vor Social Media, das es heute möglich macht, beides in Echtzeit zu tun.

Das müssen Marketer wissen: Vertrauen ist heute der Motor für Geschäftserfolg wie nie zuvor. Tatsächlich würden 60 % der US-Konsumenten nicht bei einer Marke kaufen, die sie als nicht vertrauenswürdig wahrnehmen, und 63 % des Marktwerts eines Unternehmens hängen mit seinem Ruf zusammen.

In diesem Umfeld ist eine klar definierte Reputationsstrategie unverzichtbar. So beweisen Sie Ihre Vertrauenswürdigkeit, signalisieren Qualität und bauen eine Marke auf, mit der sich Menschen wohlfühlen.

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Was ist Markenreputationsmanagement (und warum ist es wichtig)

Markenreputationsmanagement bezeichnet die Praxis, wie Ihr Markenimage über alle Kontaktpunkte hinweg—digital, offline und alles dazwischen—beobachtet, beeinflusst und gepflegt wird. Ziel ist der systematische Aufbau von Vertrauen und Kundenbindung durch konsequentes Handeln und authentische Kommunikation. Lassen Sie mich die wichtigsten Begriffe des Markenreputationsmanagements erläutern:

  • Markenimage ist die Wahrnehmung der Öffentlichkeit oder das, was Menschen aktuell über Ihre Marke denken.
  • Markenidentität ist das, was Sie sich wünschen, dass Menschen mit Ihrer Marke verbinden—inklusive Ihrer Werte und Persönlichkeit.
  • Markenreputation ist das angesammelte Vertrauen und die emotionale Bindung, die Ihre Marke durch konsistente Erfahrungen geschaffen hat.

Aus diesem Grund ist Reputationsmanagement heute unverzichtbar: 77–92 % der Konsumenten in verschiedenen Ländern geben an, dass der Ruf einer Marke beim Kauf eine wichtige Rolle spielt (Statista, 2025). Gleichzeitig verlieren klassische Werbeformen an Wirkung, da Konsumenten immer stärker auf Bewertungen, Empfehlungen und eigene Recherche setzen, ehe sie kaufen.

Die Zahlen sind überzeugend: 97 % der Konsumenten lesen Produktbewertungen, bevor sie einen Kauf tätigen. Doch auch die Kehrseite ist beachtlich: Für Marken, denen sie vertrauen, zahlen Kunden höhere Preise, und besonders loyale Stammkunden werden zu Ihren besten Werbeträgern durch Mundpropaganda.

Wie Sie Ihren Online-Markenruf steuern

Online-Reputationsmanagement verlangt, mehrere Aspekte gleichzeitig im Blick zu behalten.

Soziale Medien beobachten

Soziale Medien verstärken Mundpropaganda enorm. Früher erzählten Verbraucher ein oder zwei Freunden von einem Produkt, das sie mochten (oder nicht mochten). Heute kann ein einzelner positiver oder negativer Social-Media-Post viral gehen und Millionen Menschen erreichen.

Weil es schwierig ist, den Überblick über alle Vorkommnisse auf Social Media zu bewahren, sollten Sie eine Social Media Management Software nutzen, um Ihre Aktivitäten zu organisieren. Achten Sie darauf, dass diese Software Social Listening Funktionen bietet, die Sie über Erwähnungen Ihrer Marke und der Ihrer Wettbewerber informieren—selbst wenn Sie nicht direkt getaggt werden.

Sobald Sie wissen, was über Sie gesagt wird, sollten Sie zwei Dinge tun:

  1. Auf einzelne Erwähnungen reagieren
  2. Das allgemeine Social Sentiment bewerten

In analogen Zeiten hatten Marken nie die Möglichkeit, Teil der Konversationen zwischen Konsumenten zu sein. Heute können Sie mitreden. Sorgen Sie dafür, dass Sie bei jeder Erwähnung Ihrer Marke aktiv sind und nutzen Sie Analysen zum Reputationsmanagement in sozialen Medien.

Sie können auch Chancen aufdecken, indem Sie sich in Diskussionen über Ihre Wettbewerber einschalten—wie das Softwareunternehmen Brand24 unten zeigt.

brand24 screenshot

Markenerwähnungen verfolgen

Wenn Menschen über Ihre Marke auf Social Media sprechen, richten sie sich nicht zwangsläufig an Sie. 96 % der Unterhaltungen über Ihre Marke finden ohne Beteiligung Ihrer offiziellen Accounts statt. Wer getaggte und ungetaggte Erwähnungen—sei es manuell oder mit Media-Monitoring-Software—überwacht, bekommt einen vollständigen Überblick aller Markenerwähnungen auf Social Media, nicht nur derer, in denen Sie direkt markiert werden.

Egal, ob die Gespräche in den sozialen Medien positiv oder negativ sind, lassen Sie sie nicht im luftleeren Raum stattfinden—machen Sie sich stattdessen selbst zum Teil des Gesprächs. 83 % der Kunden sind Marken gegenüber loyaler, die auf ihre Beschwerden reagieren. Das bedeutet, dass der Umgang mit Beschwerden nicht nur die negative Auswirkung auf Ihren Markenruf abmildert—es gibt Ihnen auch die Chance, unzufriedene in zufriedene Kunden zu verwandeln.

Geschwindigkeit ist ein weiteres Schlüsselelement bei Erwähnungen Ihrer Marke. Wenn Kunden Sie markieren, antworten Sie so schnell wie möglich. Die meisten Kunden erwarten bei einer negativen Beschwerde in den sozialen Medien eine Antwort innerhalb einer Stunde, aber 88 % der Marken schaffen das nicht.

Markenerwähnungen bieten auch die Gelegenheit, die „Social-Media-Persönlichkeit" Ihrer Marke zu zeigen. Einige der viralsten Aktionen in sozialen Netzwerken finden statt, wenn Marken sich gegenseitig auf freundschaftliche Weise necken. Das ist nicht für jede Marke geeignet, aber für einige ein perfekter Fit—wie Wendy's im untenstehenden Twitter-Beispiel zeigt.

Die gute Nachricht ist: Sie müssen soziale Medien nicht manuell überwachen. Nutzen Sie Social-Media-Monitoring-Software, um sich die Arbeit abnehmen zu lassen.

wendy's screenshot

Online-Bewertungen und -Rezensionen

94 % der Online-Käufer haben aufgrund einer negativen Bewertung davon abgesehen, ein Unternehmen zu besuchen. Was Kunden über Sie sagen, ist wichtiger als das, was Sie über sich selbst sagen—und das war noch nie so wahr wie heute.

Gegen die Intuition ist es allerdings so, dass negative Bewertungen nicht nur schlecht sind. 82 % der Personen, die Online-Bewertungen lesen, suchen aktiv nach negativen Kommentaren, um sich ein vollständiges Bild vom Produkt zu machen. Und generell gelten Unternehmen durch eine größere Anzahl an Bewertungen als vertrauenswürdiger, selbst wenn einige negativ sind. Verbraucher möchten mindestens 40 Bewertungen sehen, um die „Sternbewertung" Ihres Unternehmens zu rechtfertigen.

Natürlich sammeln sich Bewertungen und Erfahrungsberichte an, wenn Sie ein hochwertiges Produkt oder eine gute Dienstleistung anbieten, Sie können aber auch proaktiv Maßnahmen ergreifen, um Bewertungen zu fördern. Bitten Sie Ihre Kunden um eine Bewertung und automatisieren Sie anschließend eine Erinnerungssequenz.

Bei negativen Bewertungen ist das Schlimmste, was Sie tun können, nicht zu reagieren. Konstruktiv auf negative Bewertungen zu antworten—wie es A&J Fencing im Beispiel unten von TrustPilot tut—zeigt potenziellen Kunden, die diese Bewertung künftig lesen, dass Sie Kritik nutzen, um sich zu verbessern.

a and j fencing negative reviews screenshot

Content-Marketing

Das Internet ist ein lauter Ort. Content-Marketing ist Ihre Chance, Ihre Marke für Konsumenten sichtbar zu halten—selbst bei all den anderen Einflüssen auf ihre Aufmerksamkeit. Mit einer ausgefeilten Content-Marketing-Strategie können Sie konsistent den Eindruck von Verbrauchern über Ihr Unternehmen mit markenkonformer Kommunikation beeinflussen.

Der Schlüssel zur Beeinflussung Ihres Rufs durch Content-Marketing ist die Omnichannel-Präsenz. Nur Blogbeiträge reichen heute nicht mehr aus. Sie müssen stattdessen überall da sein, wo Ihre Kunden sind:

  1. Blog
  2. E-Mail
  3. Soziale Medien
  4. Video
  5. Podcasts

Gestalten Sie Ihre Inhalte als Zero-Click-Content. Posten Sie nicht einfach nur einen Link zu Ihrem Blogbeitrag oder Podcast auf LinkedIn. Nehmen Sie sich stattdessen die Zeit, eine „plattformnative" Version Ihres Inhalts zu erstellen, die den Nutzern Mehrwert bietet, ohne sie von der Plattform wegzuleiten. Dieser Ansatz führt vielleicht zu weniger Klicks, aber zu deutlich mehr Reichweite und Wirkung.

Durch die Veröffentlichung wertorientierter Inhalte auf allen Kanälen sehen die Verbraucher überall Inhalte, die eine positive Markenreputation unterstützen.

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Suchmaschinenoptimierung (SEO)

An der Spitze der Google-Suchergebnisse zu stehen, ist wichtig. Noch wichtiger ist es, Negatives über Ihre Marke nach unten zu drücken—denn schon vier negative Suchtreffer können 70 % Ihres potenziellen Geschäfts kosten.

Im Jahr 2009 veröffentlichten zwei Mitarbeiter von Domino's Pizza in North Carolina YouTube-Videos, auf denen sie beim offensichtlichen Verstoß gegen Hygienevorschriften während der Essenszubereitung zu sehen waren. Domino's hatte schnell eine Krise am Hals. Verweise auf dieses Ereignis belegten bald fünf der prominentesten Plätze bei Google, wenn man nach "Dominos" suchte.

SEO-Reputationsmanagement konzentriert sich darauf, ein positives Image in den Suchmaschinenergebnissen aufrechtzuerhalten. Wenn negative Ereignisse auftreten – wie im Beispiel von Domino's – kann eine gezielte SEO-Kampagne oft dafür sorgen, dass ungünstige Berichterstattungen aus dem Blickfeld geraten.

Langfristig sollten Sie die Autorität Ihrer Website erhöhen, indem Sie Links von maßgeblichen Seiten erhalten. Das hilft, Ihre Rankings gegenüber konkurrierenden Inhalten zu verbessern. Ironischerweise kann gerade ein negativer PR-Vorfall diesen Schub bringen – aber positive PR ist auf jeden Fall vorzuziehen.

Kurzfristig müssen Sie mit negativer Berichterstattung umgehen, indem Sie sie mit positiver Berichterstattung überfluten. Die Suchergebnisse bei Google zeigen eine Vielzahl von Ergebnissen, jedoch nicht zwingend in dieser Reihenfolge:

  • Twitter-Beiträge
  • YouTube-Videos
  • Google Business-Posts
  • Nachrichten
  • Anzeigen

Wenn Sie sofort negativen Content verdrängen müssen, nutzen Sie jedes Instrument, das Ihnen zur Verfügung steht. Ziehen Sie eine Pressemitteilung in Betracht. Posten Sie auf Twitter und Google Business. Erstellen Sie YouTube-Videos. Schalten Sie Anzeigen. Das Internet ist laut – machen Sie sich das zunutze.

Influencer-Beziehungen

Im heutigen digitalen Marketing-Ökosystem stehen Influencer oft an vorderster Front, wenn es um die Wahrnehmung von Marken geht. Ob ein B2B-Vordenker auf LinkedIn oder ein Nischen-Creator auf YouTube – ihre Stimme kann potenzielle Kund:innen schneller beeinflussen als Ihre bezahlte Werbung jemals könnte.

Das macht Influencer-Relations sowohl zur Chance als auch zum Reputationsrisiko.

Eine gut gewählte Partnerschaft kann Ihre Markenwerte und Glaubwürdigkeit verstärken, während ein schlecht geprüfter Influencer einen Shitstorm, Fehltritte oder sogar PR-Krisen auslösen kann. Die Stakes sind hoch – deshalb sollte die Zusammenarbeit mit Influencern eng mit Ihrem Social-Media-Management und Ihrer Markenstrategie abgestimmt sein.

Das ist der Ablauf:

  • Gründlich prüfen: Schauen Sie über Follower-Zahlen hinaus. Bewerten Sie die Übereinstimmung der Zielgruppen, das frühere Verhalten und den Tonfall.
  • Eng zusammenarbeiten: Behandeln Sie Influencer wie Partner, nicht wie Litfaßsäulen. Geben Sie ihnen Mitspracherecht bei der kreativen Umsetzung, aber setzen Sie klare Leitplanken.
  • Engagement überwachen: Beobachten Sie, wie über Ihre Marke gesprochen wird. Nicht nur während einer Kampagne, sondern auch lange danach.

Influencer können Vertrauen in großem Maßstab schaffen – ohne Kontrolle können sie dieses jedoch genauso schnell zerstören.

Offline-Markenreputationsmanagement

Kundenerlebnis verbessern

Ein positives Kundenerlebnis (CX) zu schaffen, ist Ihre Chance, Rufschäden vorzubeugen, bevor sie entstehen. Wenn Ihre Marke exzellenten Service bietet, wachsen Sie ganz natürlich durch positive Mundpropaganda. Sie können sogar eine eingeschworene Fangemeinde entwickeln – man denke nur an die Loyalität, die der kundenorientierte Supermarkt Trader Joe's hervorruft.

Ein schlechtes Kundenerlebnis hat den gegenteiligen Effekt. Wenn sich negative Kundenerfahrungen häufen, leidet Ihr Ruf online wie offline zunehmend. Negative Kommentare häufen sich in sozialen Medien, und schlechte Mundpropaganda verbreitet sich.

Ihre Strategie zum Markenreputationsmanagement sollte das Kundenerlebnis berücksichtigen, da Kundenzufriedenheit eine wirksamere Methode zur Verbesserung Ihres Rufs ist als reine Schadensbegrenzung. Selbst wenn Sie meinen, Sie hätten bereits ein großartiges Kundenerlebnis, bedenken Sie: 80% der Unternehmen denken, ihr Erlebnis sei „überlegen“ – aber nur 8% der Kund:innen sind derselben Meinung.

So verbessern Sie Ihr Kundenerlebnis:

  1. Beginnen Sie damit, positives und negatives Feedback zu sammeln.
  2. Befragen Sie Ihre Kund:innen, führen Sie Interviews und nutzen Sie Social Listening Tools, um Daten zu sammeln.
  3. Analysieren Sie die Aspekte Ihres Angebots, die Kund:innen nicht gefallen.
  4. Beginnen Sie, diese zu beheben.

Nutzen Sie unbedingt CX-Kennzahlen wie den Net Promoter Score (NPS), um den Erfolg Ihrer Maßnahmen zu messen. Steigt Ihr NPS, steigt auch Ihr Ruf.

Mundpropaganda fördern

92% der Menschen vertrauen persönlichen Empfehlungen – mehr als jeder anderen Form von Werbung. Bevor es virale Online-Hypes gab, verbreiteten sich Trends offline durch Mundpropaganda (denken Sie an Beanie Babies). Leider ist Mundpropaganda eine der schwersten Formen der Reputation gezielt zu beeinflussen.

Um positive Mundpropaganda zu erzeugen, müssen Sie ein Erlebnis schaffen, über das Ihre Kund:innen nicht aufhören können zu sprechen. Schon ein einziges Event kann für viel positiven Gesprächsstoff sorgen – wie der Pi-Tag von Blaze Pizza, bei dem es eine Pizza für $3,14 gibt. Für nachhaltige Verbesserungen Ihres Rufs aber stellen Sie sicher, dass Ihr Kundenerlebnis dauerhaft exzellent bleibt.

Es ist auch möglich, die Mundpropaganda zu „verstärken“, indem Sie im Budget Spielraum schaffen, um für Ihre Kundschaft über das normale Maß hinauszugehen. 2010 lieferte das Lebensmittelgeschäft Trader Joe’s einem älteren Herrn, der während eines Schneesturms zu Hause eingeschlossen war, kostenlos Lebensmittel und sorgte so für positive Schlagzeilen für die Marke.

word of mouth screenshot

Öffentlichkeitsarbeit

Sie erinnern sich vielleicht daran, dass im Jahr 2017 ein Mann gewaltsam aus einem Flugzeug von United Airlines gezogen wurde. Videos dieser Szene verbreiteten sich in den sozialen Medien, und United verlor über 1 Milliarde Dollar an Börsenwert. Monatelang war der Markenname ein Witz.

Solch ein Vorfall soll natürlich nie passieren. Um jedoch Ihren Ruf vor langfristigen Schäden bestmöglich zu schützen, sollten Sie auf alles vorbereitet sein.

Typische Krisen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind:

  • Verärgerte Kundschaft: Ein einziger verärgerter Kunde kann viral gehen und eine PR-Krise auslösen. Handeln Sie im Schadensfall schnellstmöglich. Versuchen Sie, jede negative Erfahrung in eine positive zu verwandeln – vor allem, wenn darüber in sozialen Netzwerken berichtet wird.
  • Probleme im Kundendienst: Zu den unbeliebtesten Marken weltweit zählen Versorgungsunternehmen mit schlechtem Service. Machen Sie es besser! Schulen Sie Ihr Support-Team schnell und freundlich, wenn Sie Kundenanliegen bearbeiten.
  • Probleme mit Mitarbeitenden: Fehlverhalten einzelner Beschäftigter wirkt sich auf Ihre Marke aus – dennoch müssen Sie Verantwortung übernehmen. Lösen Sie Personalprobleme zügig und kommunizieren Sie, wie Sie künftig ähnliche Fälle vermeiden wollen.
  • Ausfälle: Betriebsunterbrechungen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei sonst kundenorientierten Firmen wie Netflix. Entschuldigen Sie sich für Unannehmlichkeiten und teilen Sie mit, was Sie unternehmen, um künftige Ausfälle zu vermeiden.
  • Globale Ereignisse: Achten Sie bei schwierigen Weltereignissen genau darauf, welche Berührungspunkte zu Ihrer Marke bestehen. Falls Handlungsbedarf besteht, gehen Sie besonders sensibel vor. Auch wenn Sie sich nicht aktiv einbringen, sollten Sie alle vorab geplanten E-Mail-Kampagnen, Social-Media-Posts und Produkteinführungen überprüfen, um nicht als unsensibel zu wirken.

Um potenzielle PR-Probleme frühzeitig zu erkennen, beobachten Sie gezielt die Erwähnungen Ihres Firmennamens und Ihrer Produktnamen in den sozialen Medien sowie in den Nachrichten. Tools für Reputationsmanagement und Social-Media-Monitoring können dabei helfen. Google Alerts kann Sie zudem auf Erwähnungen Ihrer Marke in den Medien aufmerksam machen.

Reputationsmanagement-Strategie in 4 Schritten aufbauen

Ihre Strategie für das Markenreputationsmanagement sollte drei grundlegende Fragen beantworten:

  1. Woran erkennen wir, dass unser Ruf in Gefahr ist?
  2. Wie reagieren wir, wenn Herausforderungen auftreten?
  3. Wie bauen wir unseren guten Ruf systematisch und nachhaltig auf?

Wenn Sie diese Fragen nicht eindeutig beantworten können, haben Sie keine Strategie, sondern hoffen einfach, dass nichts Schlimmes passiert!

Eine Marke, die von Kundschaft geliebt wird, entsteht durch echte Arbeit. Wenn Sie bereit sind, Kritik anzunehmen, potenzielle Probleme schnell zu beseitigen und die Kundenerfahrung kontinuierlich zu verbessern, werden mehr Menschen zu echten Fürsprechern Ihrer Marke. So gelingt es:

Schritt 1: Prüfen und analysieren

Verschaffen Sie sich zunächst ein Bild davon, wie Ihr aktueller Ruf aussieht. Sichten Sie qualitative Rückmeldungen auf Bewertungsportalen wie Google, Yelp und Trustpilot. Suchen Sie nach Mustern in Beschwerden und Lob.

Ergänzen Sie diese Erkenntnisse dann durch quantitative Daten aus Sentiment-Analyse-Tools und Kundenumfragen. Ihre Überprüfung sollte Folgendes abdecken:

  • Wie Ihre Marke auf verschiedenen Kanälen wahrgenommen wird
  • Wie Sie im Vergleich zum Wettbewerb abschneiden
  • Ob Ihr Ruf sich verbessert oder verschlechtert
  • Welche spezifischen Probleme am häufigsten auftreten

Schritt 2: Framework entwickeln

Nachdem Sie einen Maßstab für Ihren Ruf gesetzt haben, ist es Zeit für eine Strategie. Sie können Ihre Strategie für das Markenreputationsmanagement aus zwei Perspektiven betrachten: reaktiv und proaktiv.

Reaktives Reputationsmanagement:

Brände zu löschen hat Priorität. Bei Ihrem Audit stoßen Sie möglicherweise auf dringende Probleme, die sofort angegangen werden müssen. Wenn Sie beispielsweise festgestellt haben, dass Kunden über schlechten Support, inkonsistente Produktqualität und langsame Lieferzeiten unzufrieden sind – dann sind das die drei Bereiche, auf die Sie sich zuerst konzentrieren sollten.

Für reaktive Situationen benötigen Sie:

  • Leitfäden, wann juristische oder PR-Fachleute einbezogen werden sollten
  • Krisenmanagement-Handbücher mit vorgefertigten Antwortvorlagen
  • Klar definierte Eskalationsverfahren (wer wird wann benachrichtigt?)
  • Reaktionszeit-Standards für verschiedene Problemarten

Proaktiver Reputationsaufbau:

Sie wollen nicht nur Beschwerden lösen – Sie möchten Ihren Kunden auch einen positiven Grund geben, zu Markenbotschaftern zu werden. Hier kommt das Kundenerlebnis ins Spiel. Nachdem Sie die dringendsten Brandherde gelöscht haben, besteht Ihre nächste Aufgabe darin, ein Erlebnis zu schaffen, das Ihre Kunden begeistert, sodass sie Freunden und Familie von Ihnen erzählen.

Für proaktives Reputationsmanagement benötigen Sie:

  • Einen Redaktionsplan, der mit den Reputationszielen abgestimmt ist
  • Möglichkeiten für Thought Leadership (Vorträge, Podcasts, Gastbeiträge)
  • Kundenbindungsprogramme (Fallstudien, Erfahrungsberichte, Referenzprogramme)
  • Regelmäßige Kampagnen zur Steigerung der Markenbekanntheit

Schritt 3: Einbindung von Stakeholdern

Möglicherweise brauchen Sie Unterstützung bei der Umsetzung Ihrer Markenreputationsstrategie. Denken Sie zum Beispiel ans Krisenmanagement – die größte Herausforderung im Reputationsmanagement. Um eine Krise zu bewältigen, brauchen Sie die Zustimmung aller Beteiligten, vom Social-Media-Manager bis zum CEO. Je nach Schwere der Krise kann von Ihrem CEO erwartet werden, dass er oder sie eine öffentliche Stellungnahme abgibt. Gleichzeitig muss Ihr Social-Media-Manager genau wissen, was er sagen darf – und was nicht.

Nicht jede Angelegenheit rund um die Markenreputation ist eine heftige PR-Krise, doch während Sie Ihre Reputationsstrategie entwickeln, sollten Sie Stakeholder aus dem gesamten Unternehmen einbinden. Überlegen Sie, ein Auftaktmeeting zum Thema Reputationsmanagement mit den wichtigsten Beteiligten zu organisieren, um die zu bearbeitenden Themen und die erforderlichen Änderungen in den einzelnen Teams zu besprechen.

Schritt 4: Überwachen, Messen, Wiederholen

Nachdem Sie Ihren Plan umgesetzt haben, ist es Zeit, die Ergebnisse zu beobachten. Legen Sie Ihre Kennzahlen im Voraus fest. Im Folgenden finden Sie einige der gängigsten Kennzahlen zur Markenreputation:

  • Stimmungsanalyse: Die Analyse der Stimmung in sozialen Netzwerken hilft Ihnen, die Einstellung gegenüber Ihrer Marke auf Social-Media-Plattformen über die Zeit zu verfolgen.
  • Online-Bewertungen: Ich halte die Auswertung von Kundenbewertungen für eine der wichtigsten Kennzahlen im Reputationsmanagement, da sie den Kern dessen trifft, warum Sie Ihrer Markenreputation Beachtung schenken. Vergleichen Sie Ihren durchschnittlichen Bewertungswert der sechs Monate vor Ihren Reputationsmaßnahmen mit dem der sechs Monate danach.
  • Net Promoter Score (NPS): NPS misst, ob Kunden Kritiker oder Befürworter sind. Wenn mehr Kunden zu Befürwortern werden, dient der NPS als Frühindikator für Ihre Reputation.
  • Share of Voice: Häufig im PR-Bereich eingesetzt, misst der Share of Voice, wie häufig über Ihre Marke im Vergleich zu Wettbewerbern gesprochen wird. Dazu wird die Anzahl der Erwähnungen Ihrer Marke ins Verhältnis zum Gesamtraufkommen an Erwähnungen in Ihrer Branche gesetzt.

Welche Kennzahlen Sie auch wählen – beobachten Sie sie sorgfältig, damit Sie sicherstellen, dass Ihre Reputationsmanagementstrategie Wirkung zeigt. Überwachen Sie außerdem weiterhin Kundenfeedback und Beschwerden – neue Herausforderungen müssen stets angegangen werden, damit Ihre Kunden zufrieden bleiben.

Echte Lektionen im Markenreputationsmanagement

Werfen wir einen Blick auf Marken, die Reputationsmanagement richtig (und falsch) gemacht haben:

Nike: Haltung zeigen (und aufrecht bleiben)

Als Nike Colin Kaepernick zum Gesicht der "Just Do It"-Kampagne machte, war ihnen klar, dass dies kontrovers sein würde. Der anfängliche Gegenwind war heftig. Menschen verbrannten Nike-Produkte, riefen zu Boykotten auf und der Aktienkurs fiel.

Doch Nike blieb seinen Markenwerten treu. Sie kannten ihre Kernzielgruppe und waren bereit, Kunden zu verlieren, die nicht zu diesen Werten passten. Das Ergebnis? Die langfristige Markenloyalität stieg in den wichtigsten Zielgruppen und es kam zu einem Umsatzsprung von 31 % im Quartal nach der Kampagne.

Lektion: Authentische Positionierung schlägt jeden Versuch, es allen recht zu machen. Kennen Sie Ihre Werte und stehen Sie dazu – auch wenn es unbequem wird.

KFC: Krise wird zum kreativen Glücksfall

Als KFC UK Anfang 2018 tatsächlich kein Hähnchen mehr hatte, hätten sie eine langweilige, formelle Entschuldigung veröffentlichen können. Stattdessen schalteten sie eine ganzseitige Zeitungsanzeige mit einem leeren Eimer, auf dem die Buchstaben zu „FCK“ neu angeordnet waren, und der simplen Überschrift „Es tut uns leid.“

Die Reaktion war sofort, ehrlich und zeigte Persönlichkeit. Viele Menschen reagierten in den sozialen Medien mit Humor und zeigten Respekt für die Offenheit des Unternehmens. Was zu einer massiven Rufkatastrophe hätte werden können, wurde allgemein als starker Umgang mit der Krise gelobt.

Lektion: Stehen Sie zu Ihren Fehlern – schnell, ehrlich und mit Persönlichkeit. Ehrliche Fehler werden verziehen, Vertuschungen niemals.

Ryanair: Unverfrorenheit als Strategie

Ryanair hat seine gesamte Markenidentität darauf aufgebaut, radikal günstig und frech zu sein. Das Social Media-Team nimmt Kunden, Wettbewerber und eigentlich alle, die mit ihnen interagieren, auf die Schippe. Die meisten Marken würden dies als rufschädigend betrachten.

Ryanair ist absichtlich frech

Doch Ryanairs Ansatz ist vollkommen gewollt. Sie positionieren sich bewusst als Fluggesellschaft für Menschen, denen der Preis wichtiger ist als Stil oder Komfort. Ihr respektloser Ton unterstreicht ihr Wertversprechen: Wir sind günstig, wir wissen es – und wir entschuldigen uns nicht dafür.

Lektion: Konsequenz ist wichtiger als allgemeine Beliebtheit. Wenn die Markenpersönlichkeit zur Strategie passt, dann ziehen Sie sie auch voll durch.

Die richtigen Tools fürs Reputationsmanagement entscheiden darüber, ob Sie Problemen immer einen Schritt voraus sind oder hinterherhinken:

Fazit: Markenreputation ist ein Langzeitspiel

Jeder möchte eine Marke aufbauen, die Kunden lieben – wie Apple oder Amazon – aber die wenigsten Unternehmen tun das, was dafür nötig ist. Und mal ehrlich: Eine kundenorientierte Marke aufzubauen ist tatsächlich eine Menge Arbeit.

Zum Glück sind Sie bereits auf dem richtigen Weg. Hören Sie Ihren Kunden zu, reagieren Sie schnell auf Kritik und verbessern Sie Ihr Kundenerlebnis – dann werden immer mehr Kunden Ihre Marke lieben lernen.

Wenn Sie noch mehr über Reputationsmanagement lernen möchten, haben wir weitere spannende Inhalte für Sie: Hier finden Sie unsere handverlesene Liste der besten Reputationsmanagement-Kurse auf dem Markt.

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