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Ein Marketing-Betriebsmodell (MOM) ist Ihr organisatorischer Bauplan. Es definiert die Struktur, die Arbeitsabläufe und die Fähigkeiten, die Sie benötigen, um Ihren Marketingplan umzusetzen.

Denken Sie daran als Brücke zwischen Strategie und Umsetzung (Menschen, Prozesse und Technologie). Ohne ein Modell laufen Sie Gefahr, dass Ihre genialen Kampagnenideen in der Umsetzung scheitern.

Dieser Leitfaden beleuchtet alles, was Führungskräfte im Marketing benötigen, um eine effektive Marketing-Operation aufzubauen und zu pflegen. Ich stelle verschiedene Modelltypen vor, zerlege deren Schlüsselelemente und erkläre, was Sie davon haben, wenn Sie alles richtig machen. Außerdem greife ich häufige Herausforderungen auf und gebe Einblicke, wie Sie Ihr Modell zukunftssicher machen.

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Was ist ein Marketing-Betriebsmodell (MOM)

Ein Marketing-Betriebsmodell (MOM) ist das lebendige System Ihrer Organisation, um übergreifende Marketingstrategien in greifbare Ergebnisse zu verwandeln.

Es ist der Bauplan, der genau aufzeigt, wie Menschen, Prozesse und Technologie zusammenarbeiten müssen, um erfolgreiche Marketingkampagnen und -erlebnisse zu liefern. Mehr als nur ein statisches Rahmenwerk unterstützt es Marketingteams dabei, agil und datengetrieben zu arbeiten und konsistent die richtigen Botschaften an die passenden Zielgruppen zu senden.

Was ein MOM wirklich stark macht, ist seine Fähigkeit, Silos abzubauen, die Zusammenarbeit zu fördern und glasklare Verantwortlichkeiten in Ihrer Marketingorganisation zu schaffen.

Richtig umgesetzt koordiniert Ihr Marketing-Betriebsmodell die täglichen Aktivitäten und hebt Ihre gesamten Marketingbemühungen auf ein neues Niveau, indem es Kundendaten und Erkenntnisse mit internen Fähigkeiten verknüpft – und so sicherstellt, dass jeder Marketing-Dollar härter und intelligenter eingesetzt wird.

6 Typen von Marketing-Betriebsmodellen

Hier sind die sechs Arten von Marketing-Betriebsmodellen, zwischen denen Sie je nach den Anforderungen Ihrer Organisation wählen können: 

1. Das zentralisierte Marketing-Betriebsmodell

Ein zentralisiertes MOM ist genau das, was der Name vermuten lässt – Ihre gesamte Marketing-Power ist in einem Team oder einer Abteilung gebündelt. Dies ist die bevorzugte Lösung, wenn Sie auf maximale Marken-Konsistenz und eindeutige Entscheidungswege Wert legen, wobei ein einziges Team von der Kampagnenerstellung bis zur Durchführung alles steuert.

Große, globale Marken, die eine einheitliche Stimme in allen Märkten benötigen, setzen häufig auf diesen Ansatz. Während dieses Modell die Qualitätskontrolle und Markenstandards wahrt, hat es auch einige Schattenseiten.

Ja, Sie profitieren von effizienten Prozessen. Allerdings kann es zu Engpässen kommen, wenn schnelle Entscheidungen gefordert sind. Unternehmen, die diesen Weg einschlagen, stellen Konsistenz über Geschwindigkeit und investieren gezielt in ein starkes zentrales Team, das das gesamte Marketing-Management stemmen kann.

2. Das dezentralisierte Marketing-Betriebsmodell

Das dezentralisierte Marketing-Betriebsmodell setzt voll auf Eigenverantwortung. Hier agiert jedes Team quasi als eigenes kleines Marketing-Powerhouse – entweder mit integrierten Marketing-Operations-Fähigkeiten oder unterstützt durch einen eigenen Operations-Manager.

Es ist der ultimative „Ihr macht euer Ding“-Ansatz, bei dem lokale Teams schnell Entscheidungen treffen und sich flexibel auf ihre Märkte einstellen können, ohne von zentralen Vorgaben ausgebremst zu werden.

Dieses Modell ist etwa in globalen Einzelhandelsunternehmen oder Firmen mit unterschiedlichsten Produktlinien in verschiedenen Regionen ideal. Stellen Sie sich eine Ladenkette in Miami und Minneapolis vor – die lokalen Teams können schnell auf saisonale Trends oder kulturelle Besonderheiten reagieren, ohne auf eine Freigabe aus der Zentrale warten zu müssen.

Doch mit all dieser lokalen Autonomie droht auch Brand-Chaos.

Verschiedene Teams könnten unterschiedliche Tools nutzen, Arbeit doppelt machen – oder noch schlimmer: so weit von der globalen Markenbotschaft abweichen, dass Ihr Unternehmen wie ein Flickenteppich wirkt. Der Schlüssel beim dezentralisierten Marketing: Das Gleichgewicht zwischen lokaler Autonomie und der nötigen Konsistenz zu finden, damit Kunden Sie weiterhin als eine Marke wahrnehmen.

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3. Das Self-Service-Marketing-Betriebsmodell

Das Self-Service-Marketing-Betriebsmodell stellt zentrale Steuerung auf den Kopf und gibt den Marketingteams die Kontrolle über ihren eigenen Erfolg. Während eine zentrale Infrastruktur (meist betreut vom Marketing Operations-Team) weiterhin existiert, können einzelne Teams ihre eigenen Kampagnen und Aktivitäten steuern.

Dieses Modell glänzt, wenn es auf Tempo und Flexibilität ankommt. Teams können schnell reagieren und Kampagnen starten, ohne sich mit bürokratischen Hürden herumzuschlagen.

Aber es gibt eine Voraussetzung: Sie müssen stark in die richtige Technologie investieren und sicherstellen, dass jeder damit umzugehen weiß.

Der Erfolg hängt davon ab, dass Ihre Teams technikaffin sind und eine gute Governance-Struktur greift, um alles im Griff zu behalten. Damit eignet sich dieses Modell besonders für digital reife Unternehmen, die ihren Marketingteams Eigenständigkeit ermöglichen und gleichzeitig durch gemeinsame Tools und Prozesse für Leitplanken sorgen. Wenn es klappt, vereinen Sie so das Beste aus beiden Welten: gleichbleibend hohe Qualität und blitzschnelle Umsetzung.

4. Das funktionale Marketing-Betriebsmodell

Das funktionale Marketing-Betriebsmodell teilt Ihre Marketing-Aktivitäten in spezialisierte Teams auf, basierend auf deren Fachwissen oder Produktschwerpunkt. Es ist ein hybrider Ansatz, der die besten Elemente aus zentralisierten und dezentralisierten Modellen kombiniert. Funktionale Teams können unabhängig agieren, arbeiten aber dennoch auf gemeinsame Ziele hin.

Dieses Modell ist einzigartig, weil es spezialisierten Marketing-Teams erlaubt, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können – sei es bei digitalen Kampagnen oder Marktanalysen. Der Erfolg hängt jedoch von der Koordination zwischen diesen funktionalen Teams ab.

Sie benötigen starke Kommunikationskanäle und eine gemeinsame Technologie, um sicherzustellen, dass alle in die gleiche Richtung arbeiten. Dieses Modell eignet sich besonders für größere Unternehmen mit ausgeprägten Produktlinien oder Marktsegmenten, die gezielte Aufmerksamkeit erfordern. 

Die größte Herausforderung? Zu verhindern, dass diese spezialisierten Teams zu Silos werden. Unternehmen, die die Zusammenarbeit meistern, profitieren von der tiefgreifenden Expertise spezialisierter Marketing-Teams und der Schlagkraft einer einheitlichen Strategie.

5. Das kampagnenzentrierte Marketing-Betriebsmodell

Ein kampagnenzentriertes Marketing-Betriebsmodell ähnelt der Einrichtung einer speziellen Taskforce für jede Ihrer wichtigen Marketinginitiativen.

Statt dauerhafter Marketingstrukturen bilden Sie flexible Teams rund um wichtige Initiativen, sei es ein großer Produktlaunch, eine verkaufsorientierte Kampagne oder eine Marktexpansion. Das ist ideal für Unternehmen, die mit ihrem Markteinführungsansatz (Go-to-Market-Ansatz) ordentlich Durchschlagskraft brauchen.

Dieses Modell beweist seinen Wert in entscheidenden Momenten für das Unternehmen, wie beim Start eines bahnbrechenden Produkts oder dem Eintritt in neue Märkte. Zum Beispiel könnte ein Technologieunternehmen, das eine revolutionäre Softwareplattform einführt, ein dediziertes Team bilden, das Produktmarketing, Nachfragegenerierung, Content Creator und Analyse-Profis zusammenbringt – alle ziehen gemeinsam bis zum Launch an einem Strang. 

Der Vorteil dieses Modells liegt in seiner Fokussierung und Flexibilität. Teams können sich schnell anpassen und ihre gesamte Energie darauf verwenden, jede Kampagne zum Erfolg zu führen.

Sie müssen jedoch sehr klug beim Marketing-Ressourcenmanagement sein und diese kampagnenorientierten Aktivitäten mit Ihrer übergreifenden Marketingstrategie abstimmen. Unternehmen, die diesen Ansatz beherrschen, überzeugen durch starkes Projektmanagement und die Fähigkeit, Ressourcen flexibel zu verschieben, sobald sich die Kampagnenprioritäten ändern.

6. Das ausgelagerte Marketing-Betriebsmodell

Beim ausgelagerten Marketing-Betriebsmodell dreht sich alles um strategische Partnerschaften. Sie holen externe Expert:innen ins Boot, die bestimmte Teile Ihres Marketing-Puzzles übernehmen. Das kann bedeuten, Ihre Marketing-Aktivitäten einem Fractional CMO, einer Agentur oder Spezialist:innen für bestimmte Funktionen wie E-Mail-Marketing oder kreative Entwicklung zu übergeben. 

Dieses Modell ist besonders attraktiv wegen seiner Flexibilität und dem Zugang zu spezialisiertem Know-how. Ein wachsendes Technologie-Startup behält zum Beispiel die Kernstrategie im eigenen Haus, nutzt aber das Design-Know-how einer Agentur für einen Marken-Relaunch.

Alternativ kann ein mittelständisches Unternehmen das gesamte E-Mail-Marketing an Spezialist:innen auslagern, die genau das Tag für Tag leben. Die Kostenvorteile können erheblich sein – besonders im Vergleich zu den Aufwendungen für den Aufbau und die Pflege spezialisierter interner Teams. 

Der Nachteil: Sie geben für diese Expertise auch ein Stück Kontrolle ab. Daher ist es wichtig, die richtigen Partner zu wählen, denn der Erfolg hängt davon ab. Klare SLAs (Service Level Agreements) und starke Kommunikationswege tragen entscheidend zum Erfolg bei. 

Dieses Modell eignet sich für Organisationen, die entweder schnell wachsen möchten, schlank bleiben wollen oder einfach bestimmte Kompetenzen nicht (oder nicht intern) aufbauen wollen.

Schlüsselelemente eines effektiven Marketing-Betriebsmodells

Folgende Schlüsselelemente bilden ein effektives Marketing-Betriebsmodell: 

1. Menschen: Talente an die Strategie anpassen

Moderne Marketing-Teams sind komplexe Ökosysteme – von strategischen Visionär:innen, die die Richtung vorgeben, bis hin zu umsetzungsstarken Macher:innen, die Dinge ins Rollen bringen. Der Erfolg hängt davon ab, die richtigen Personen in den richtigen Rollen zu haben, sodass alle an einem Strang in die strategische Richtung ziehen. Dies gelingt, indem Sie bestehende Talente sowie Ihren Personalbedarf gezielt auf Ihre Strategie abstimmen. So geht's: 

  • Beginnen Sie mit einer Analyse der Kompetenzlücken. Vergleichen Sie die aktuellen Fähigkeiten Ihres Teams mit Ihren strategischen Anforderungen und identifizieren Sie, wo Sie Defizite haben.
  • Bewerten Sie die Organisationsstruktur. Überprüfen Sie, ob Ihre Marketingaktivitäten und -teams optimal für Zusammenarbeit und Effizienz organisiert sind.
  • Treffen Sie kluge Entscheidungen beim Insourcing/Outsourcing. Entscheiden Sie, welche Kompetenzen Sie intern aufbauen und für welche Sie externe Experten hinzuziehen.
  • Beurteilen Sie den Bedarf an Zentralisierung. Bestimmen Sie, welche Funktionen von zentraler Steuerung profitieren und wo lokale Autonomie sinnvoller ist.
  • Bauen Sie bereichsübergreifende Brücken. Etablieren Sie kleine Kompetenzzentren, die abteilungsübergreifend arbeiten, um organisatorische Hürden zu überwinden.
  • Setzen Sie starkes Change Management um. Kommunizieren Sie die Gründe für Veränderungen und bieten Sie Unterstützung während der Übergangsphase.
  • Führen Sie regelmäßige Kompetenzüberprüfungen durch. Überprüfen Sie fortlaufend, ob die Fähigkeiten Ihres Teams zu neuen Marketingtrends und Technologien passen.

Als CMO spielen Sie dabei eine entscheidende Rolle. Sie führen nicht nur das Marketing, sondern müssen auch den übergeordneten Geschäftskontext verstehen und Marketinginitiativen mit den Kernzielen des Unternehmens verknüpfen. Diese Art von strategischer Führung ist in modernen Marketing-Operations entscheidend, denn der CMO muss sowohl Marketing-Experte als auch Geschäftsstratege sein, der Zusammenhalt schafft und Entscheidungen unternehmensweit beeinflussen kann. 

2. Prozess: Setzen Sie auf agile Arbeitsabläufe

Prozesse sind das Rückgrat Ihrer Marketing-Operations. Ein agiler Workflow ist essenziell, da er es Ihnen ermöglicht, mit maximaler Effizienz zu arbeiten. Agiles Marketing unterteilt große, überwältigende Kampagnen in überschaubare Sprints, sodass Ihr Team testen, lernen und sich flexibel anpassen kann.

So bauen Sie agile Arbeitsabläufe, die wirklich funktionieren:

  • Beginnen Sie mit einer Prozessvisualisierung. Dokumentieren Sie Ihre aktuellen Abläufe und identifizieren Sie Engpässe, bevor Sie Änderungen vornehmen.
  • Definieren Sie klare Entscheidungswege. Legen Sie fest, wer wann was genehmigen muss, damit Projekte zügig vorankommen.
  • Etablieren Sie regelmäßige Check-ins. Planen Sie kurze, fokussierte Meetings, um alle auf dem gleichen Stand zu halten und Hindernisse zu adressieren.
  • Definieren Sie glasklare Rollen. Stellen Sie sicher, dass jedes Teammitglied seine Verantwortung genau kennt.
  • Automatisieren Sie Routineaufgaben. Nutzen Sie Marketing-Automatisierungstools, um wiederkehrende Aufgaben zu erledigen, damit Ihr Team sich auf strategische Arbeiten konzentrieren kann.
  • Etablieren Sie Feedback-Schleifen. Richten Sie Systeme für kontinuierliche Verbesserungen ein, basierend auf Kampagnenergebnissen und Team-Feedback.
  • Kreieren Sie flexible Rahmenwerke. Entwickeln Sie Prozesse, die mit Ihrem Unternehmen skalierbar sind und sich an veränderte Anforderungen anpassen lassen.
  • Fördern Sie bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Bauen Sie Barrieren zwischen Teams ab, indem Sie gemeinsame Tools und Kommunikationskanäle nutzen.

Entscheidend ist das richtige Gleichgewicht zwischen Struktur und Flexibilität. Ihre Prozesse sollten allen genug Orientierung geben, damit sie auf dasselbe Ziel hinarbeiten, und trotzdem flexibel genug bleiben, um den unvorhersehbaren Anforderungen des modernen Marketings gerecht zu werden. Denken Sie daran: Es geht nicht um Perfektion, sondern um kontinuierliche Verbesserung und Anpassungsfähigkeit.

3. Technologie: Entwickeln Sie einen skalierbaren Tech-Stack

Der Kernnutzen eines Tech-Stacks besteht darin, Ihr Marketingmodell oder Ihre Strategie zu ermöglichen. Deshalb sollten Sie Ihren Marketing-Technologie-Stack so aufbauen, dass er zum großen Ganzen beiträgt. Er sollte flexibel und skalierbar sein, damit Sie sich jederzeit an die sich verändernden Bedürfnisse Ihres Teams und den Marketingmarkt anpassen können. Hier einige Tipps zur Auswahl und Nutzung von Tools für einen skalierbaren Tech-Stack:

  • Denken Sie zuerst an Ihre Strategie und Ziele. So erkennen Sie die Tools, die optimal zu Ihrer Strategie passen und Ihnen helfen, die gewünschten Ziele zu erreichen.
  • Definieren Sie die aktuellen Herausforderungen.
  • Setzen Sie ein Budget fest.
  • Recherchieren Sie Tools für Ihren Tech-Stack und bewerten Sie deren Funktionen und Möglichkeiten. Berücksichtigen Sie Integrationspotentiale und spätere Erweiterungsmöglichkeiten.

Bevor Sie jedoch Kreditkarte oder Bestellung ausstellen, sprechen Sie mit anderen Stakeholdern aus den relevanten Abteilungen und holen Sie deren Meinung ein. Vielleicht weist Sie jemand auf einen Aspekt hin, an den Sie noch nicht gedacht haben.

4. Daten: Treffen Sie bessere Entscheidungen durch Analytics

Die Zeiten, in denen Sie nur aus dem Bauch heraus oder allein auf kreative Intuition setzen konnten, sind vorbei.

Der Preis für Entscheidungen aus reiner Intuition kann hoch sein, wenn man danebenliegt. Ein Beispiel ist Tropicana. Das Unternehmen wollte das Verpackungsdesign ändern – ohne dies auf Daten zu stützen – und verlor dadurch 30 Millionen Dollar Umsatz, was eine Rückkehr zum alten Design erforderlich machte.

Aus diesem Grund wird von CMOs heute erwartet, dass sie Datenanalysen gegenüber dem traditionellen Storytelling priorisieren und leistungsstarke Analyse-Tools einsetzen, die alles messen – von der Kundenbindung bis hin zu Konversionsraten. Dieser Ansatz ermöglicht es Marketingteams, Kampagnen in Echtzeit zu optimieren und Ressourcen sowie Strategien flexibel anzupassen, anstatt auf langwierige Prüfzyklen zu warten.

So implementieren Sie datengesteuertes Marketing mit Analytics und verbessern die Daten-Governance:

  • Beginnen Sie damit, klare Ziele für Ihre Datenanalyse zu definieren. 
  • Wählen Sie Marketing-Analyse-Tools, die sich nahtlos in Ihre bestehenden Systeme integrieren lassen.
  • Konsolidieren Sie Daten aus verschiedenen Quellen (CRM, Webanalyse, soziale Medien) für einen ganzheitlichen Überblick.
  • Erarbeiten Sie klare Abläufe, wie Ihr Team auf datenbasierte Erkenntnisse reagiert.
  • Erstellen Sie automatisierte Alarmsysteme, um wichtige Trends oder Auffälligkeiten zu kennzeichnen.
  • Entwickeln Sie ein solides Rahmenwerk für Daten-Governance mit klaren Richtlinien zu Datenqualität und Sicherheit.
  • Fördern Sie eine Kultur des Experimentierens, indem Sie mittels A/B-Tests Ihre Strategien kontinuierlich verfeinern.
  • Setzen Sie auf kontinuierliche Feedback-Loops, um die Datenerfassung und -auswertung laufend zu verbessern.

Das Ziel ist es, die gesammelten Daten in einen strategischen Vorteil zu verwandeln, der Ihre Marketingprozesse flexibel, reaktionsschnell und kundenfokussiert macht.

5. Organisation: Förderung von bereichsübergreifender Zusammenarbeit

Die Marketingabteilung ist Teil Ihres Gesamtunternehmens. Bereichsübergreifende Zusammenarbeit ist der Schlüssel zu einem wirklich einheitlichen Marketingansatz, der die gemeinsamen Stärken verschiedener Teams nutzt.

Das gelingt, wenn Bereiche wie Marketing, Vertrieb, Finanzen und Produktentwicklung eine gemeinsame Sprache sprechen und auf gemeinsame Ziele hinarbeiten. Die Einführung eines erfolgreichen Modells für abteilungsübergreifende Zusammenarbeit erfordert gezielte Führung und strukturelle Veränderungen. Doch wie gelingt das?

Beginnen Sie damit, Ihre Organisationsstruktur genau zu analysieren und potenzielle Lücken in der Zusammenarbeit zu identifizieren. Das kann bedeuten:

  • Gemeinsame Prioritätenlisten zu erstellen
  • Eindeutige Kommunikationskanäle einzurichten
  • Und gemeinsame Anreize zu entwickeln, die Teams zur Zusammenarbeit motivieren.

Einige Unternehmen schaffen zum Beispiel Joint-Venture-Modelle oder integrieren Technologie-Teams direkt in die Marketingabteilung, die an den CMO berichten.

Weitere sinnvolle Maßnahmen sind: 

  • Die Entwicklung eines umfassenden Asset-Inventars. 
  • Die Definition klarer Governance-Modelle. 
  • Sicherzustellen, dass alle Teammitglieder die Anforderungen und Einschränkungen der anderen verstehen. 

Melanie Shires, Marketing Director bei Education at Work, betont ebenfalls die Bedeutung von Daten. Sie empfiehlt, diese zu nutzen, um zu verdeutlichen, wie Marketingmaßnahmen zum Vertriebserfolg beitragen – und umgekehrt.

Herausforderungen bei Marketing-Operations-Modellen

Die Implementierung eines Marketing-Operating-Modells bringt häufig Herausforderungen mit sich. Hier sind einige typische Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden oder beheben können:

  • Hürden bei der Technologieeinführung: Die Einführung eines neuen Marketing-Operating-Modells ist oft mit Veränderungen verbunden, einschließlich neuer Technologien. Dieser Prozess kann scheitern, wenn bestehende Gewohnheiten verfestigt sind oder die Technik eine hohe Lernkurve hat. In solchen Fällen empfiehlt sich eine schrittweise Umsetzung.

„Veränderungsmanagement ist kein Kinderspiel,“ räumt Annette Reed, Senior Director of Global Strategic Campaigns and Demand Generation bei SentinelOne, ein. „Ich denke immer daran, nicht alles auf einmal zu verändern, sondern zunächst an das anzuknüpfen, was bereits funktioniert, und lediglich Neues hinzuzufügen oder bestehendes anzupassen. Wenn also bereits ein Tool im Einsatz ist, ändern Sie nicht alles an diesem Tool. Integrieren Sie Schritt für Schritt neue Elemente, damit die Umstellung für alle Beteiligten leichter fällt.“

  • Silos zwischen Teams: Unabhängig vom Operating Model haben Teams oft eigene Ziele, Prioritäten und Arbeitsweisen – so konzentriert sich jedes Team leicht nur auf die eigenen Belange. Das führt dazu, dass wenig Synergie zwischen Bereichen entsteht, die eigentlich gemeinsam das Maximum erreichen könnten. 

Um dies zu beheben, ist es oft erforderlich, dass jedes Team die Perspektive des anderen versteht. Annette erklärt aus persönlicher Erfahrung, wo man mit der Lösung beginnen sollte: 

„Ich habe in vielen verschiedenen Funktionen im Marketing gearbeitet, und was mir geholfen hat, ist, die Sichtweise der Person gegenüber zu verstehen – ganz nach dem alten Sprichwort, sich in die Schuhe eines anderen zu versetzen. Wenn du in ein Meeting gehst und versuchst, eine Gruppe von Leuten von deinem Plan zu überzeugen, der aber ihren grundlegenden Aufgaben widerspricht, dann werden sie nicht einfach aus der Tür gehen und Ja sagen. Du musst ihre Stakeholder, den Alltag ihrer Arbeit und wie deine Anforderungen dazu passen könnten, verstehen.“

  • Barrieren für Agilität: Die heutigen Anforderungen an das digitale Marketing erfordern ein hohes Maß an Agilität im Marketing. Barrieren wie fehlende Abstimmung in der Führung und unzureichende Steuerungsrahmen können diese Agilität jedoch behindern.

Um agil zu bleiben, nutze ein flexibles Marketing-Betriebsmodell. Ein flexibles Modell bietet eine klare Struktur und ermöglicht gleichzeitig Anpassungen und Iterationen. Darüber hinaus solltest du sicherstellen, dass Rahmenbedingungen für die Steuerung auch in der Führung verankert sind. Dein Steuerungsrahmen sollte alle Bereiche abdecken – von der Planung bis hin zum Reporting. 

So machst du dein MOM zukunftssicher

Marketing-Betriebsmodelle unterscheiden sich heute grundlegend von denen vor zwanzig Jahren. Auch die kommenden Jahre werden Veränderungen mit sich bringen. Wie kannst du also dein MOM zukunftsfähig machen?

  • Setze auf adaptive Modelle: Auch wenn ich empfehle, das Betriebsmodell passend zu den Bedürfnissen deiner Organisation zu wählen, solltest du dennoch anpassungsfähig bleiben. Markt, Kunden und Marketing-Tools entwickeln sich ständig weiter. 

Es geht also nicht darum, Modelle als starres Konstrukt zu betrachten, das strikt befolgt werden muss, sondern als flexible Bausteine, die bei unerwarteten Veränderungen angepasst werden können – unter Berücksichtigung gewisser Grundprinzipien.

„Stell dir vor, dein ICP ändert sich und betrifft plötzlich die Führungsebene“, sagt Andy Weiss, CMO bei Ceipal. „Dein Playbook berücksichtigt diese Variabilität vielleicht nicht. Für mich ist es essenziell, die grundlegenden Faktoren zu kennen – etwa zahlenorientiert zu sein oder den Kunden gut zu kennen. Das sind kleine Wahrheiten, die durch Marktabschwünge oder auch Boomphasen leiten.“

  • Kundenorientierter Ansatz im Mittelpunkt: Die Welt wird immer digitaler. Dadurch entstehen zahlreiche neue Kontaktpunkte, wodurch Kundenreisen noch komplexer werden. Herkömmliche Betriebsmodelle, die sich nur auf Produktverkauf oder Neukundengewinnung konzentrieren, sind damit überholt. Echter Wettbewerbsvorteil entsteht heute durch das umfassende Verstehen und aktive Gestalten von Kundenerfahrungen bei jeder einzelnen Interaktion.

Ein kundenorientierter Ansatz hilft, Kundeneinsichten im gesamten Unternehmen zu demokratisieren, sodass jede Abteilung ein umfassendes Verständnis für Kundenbedürfnisse und -verhalten entwickelt. Das fördert einen freien Informationsfluss, schafft einen ganzheitlichen Blick auf die Kunden und versetzt dein Unternehmen in die Lage, schneller, flexibler und überzeugendere Kundenerlebnisse zu schaffen, die herausstechen.

  • Generative KI integrieren: Technologien wie Generative AI entwickeln sich mit enormer Geschwindigkeit. Die Integration in dein Marketing-Betriebsmodell ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit. Aber warum? Wo könnte Generative AI zukünftig zum Einsatz kommen?  

„Wir neigen dazu, kurzfristig die Auswirkungen neuer Technologien zu überschätzen und langfristig zu unterschätzen, und gerade bei Generative AI ist das besonders zutreffend“, sagt Mark Fiske, Operating Partner für Marketing und Digitale Transformation bei H.I.G Capital.

„Kurzfristig bewegen wir uns aktuell in einer taktischen Welt der KI, in der wir spezialisierte Tools einsetzen. Ich sehe, wie damit viel mehr Varianten entstehen, die Testgeschwindigkeit zunimmt und KI für wirklich kreative Ansätze genutzt wird. Das alles ist spannend. Langfristig jedoch begeistert mich im Marketing-Kontext vor allem, dass wir hyperpersonalisierte Erlebnisse bieten können, die bisher schlicht unmöglich waren. Früher ging es um Segmentierung – dieses Konzept wird bald komplett auf den Kopf gestellt.“

Warum dein Marketing-Betriebsmodell wichtig ist  

Dein Marketing-Betriebsmodell (MOM) hilft dir, Marketingstrategien in greifbare Ergebnisse zu überführen. Es stellt sicher, dass die Arbeit deines Teams mit den Unternehmenszielen abgestimmt ist, Kampagnen optimiert werden und die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen reibungslos funktioniert. Gleichzeitig fördert es Skalierbarkeit, indem es Menschen, Prozesse und Technologien effizient integriert und Marketingteams anpassungsfähig hält.

Ob Start-up mit Wachstumsambitionen oder etablierte Marke, die innovativ bleiben will – ein Marketing-Betriebsmodell sorgt dafür, dass du Marketing nicht nur mit Aufwand, sondern mit Ziel, Präzision und Flexibilität betreibst.

Starte mit einem Audit deines aktuellen MOM: Erkenne Lücken bei Talenten, Prozessen, Technologie und Organisation. Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten im Workflow und prüfe, wie skalierbare Marketingtools integriert werden können.

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Lydia Ume

Lydia ist eine Content-Marketing- und Kommunikationsstrategin mit über sechs Jahren Erfahrung in den Bereichen Medien, Technologie und Non-Profit. Lydia leitet Cocreate Copy, einen Schreibservice für B2B/SaaS-Marken. Ihre Arbeiten wurden unter anderem bei UserGems, B2BSaaS Reviews, NativeTalk, PackageX und weiteren B2B/SaaS-Publikationen veröffentlicht.