Seien wir ehrlich: Marketingexperten sind ständig auf der Suche nach Strategien, um die Kampagnenleistung zu verbessern und bessere Ergebnisse zu erzielen. Ein mächtiges Werkzeug im Arsenal eines Marketers ist das A/B-Testing, auch bekannt als Split-Testing. Neben Marketing-Analytics-Software ist es das hilfreichste Tool, um das Umsatzwachstum zu steigern.
In diesem Leitfaden erfährst du alles von der Definition des A/B-Testings über die unterschiedlichen Testarten und Implementierungsprozesse bis hin zu Optimierungsmöglichkeiten, Praxisbeispielen und häufigen Fehlern, die es zu vermeiden gilt. Egal, ob du ein erfahrener Marketer bist oder gerade erst anfängst – dieser Leitfaden hilft dir, deine Marketingmaßnahmen zu optimieren und statistisch signifikante Ergebnisse zu erzielen.

Was ist A/B-Testing & wie funktioniert es?
A/B-Testing ist der Prozess, bei dem zwei Versionen eines Marketingassets – A und B – miteinander verglichen werden, um herauszufinden, welche besser abschneidet. Dabei wird die Zielgruppe in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei jede Gruppe eine andere Variante erhält. Danach misst man die Leistung jeder Variante anhand eines festgelegten Ziels oder einer Kennzahl. Beispielsweise lassen sich zwei unterschiedliche Betreffzeilen in einer E-Mail-Kampagne testen, um herauszufinden, welche zu höheren Öffnungsraten führt.
Im Kontext von Account-Based Marketing (ABM) ist A/B-Testing besonders entscheidend. Durch die Segmentierung der Zielaccounts und die Personalisierung der Ansprache können A/B-Tests speziell auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten werden, was ein positiveres Kundenerlebnis schafft.

Arten von A/B-Tests, die du kennen solltest
- Multivariates Testing: Ermöglicht das gleichzeitige Testen mehrerer Variablen innerhalb eines einzigen Assets, um die effektivste Kombination von Elementen zu identifizieren.
- Multi Page Testing: Ist ideal für komplexe Verkaufstrichter oder Websites mit mehreren Seiten, da hier Varianten über mehrere Seiten hinweg getestet werden, um das gesamte Nutzererlebnis zu optimieren.
- Split-URL-Testing: Auch als A/B-Testing bekannt. Beim Split-URL-Test werden Nutzer je nach zugeordneter Variante auf unterschiedliche URLs weitergeleitet, wodurch umfangreichere Änderungen getestet werden können.
Warum sollte ich A/B-Testing nutzen?
Die Bedeutung von A/B-Testing kann nicht genug betont werden. Laut Tech Report fanden etwa 60 % der großen Unternehmen A/B-Tests hilfreich, um ihr Wachstum und ihren Umsatz zu steigern und die Absprungrate ihrer Website im Jahr 2023 zu reduzieren.
Die Gründe für die weite Verbreitung sind offensichtlich: Mit A/B-Testing können Marketer fundierte datenbasierte Entscheidungen treffen, statt sich auf Vermutungen zu verlassen. Durch das systematische Testen verschiedener Elemente ihrer Kampagnen oder neuer Website-Funktionen können Marketer wertvolle, aktuelle Einblicke in die Präferenzen und das Verhalten ihrer Zielgruppe gewinnen, mit diesen neuen Erkenntnissen ihren Marketing-Funnel optimieren und so für mehr Engagement, höhere Conversions und letztlich Umsatzwachstum sorgen.

Wie nutzt man den A/B-Testing-Prozess?
1. Wähle aus, was du verbessern willst
Bevor du mit einem A/B-Test startest, solltest du den konkreten Aspekt deiner Marketingkampagne bestimmen, den du verbessern willst. Das kann alles sein – von der Steigerung der E-Mail-Öffnungs- und Klickraten bis zur Verbesserung der Conversion-Rate auf deiner Landingpage. Durch die gezielte Auswahl des Verbesserungsbereichs kannst du deine Maßnahmen fokussieren und den Einfluss besser messen.
2. Erstelle eine Hypothese
Wenn du das zu verbessernde Element identifiziert hast, geht es darum, eine Testhypothese zu formulieren. Eine Hypothese ist eine Aussage, die vorhersagt, wie sich die Veränderung einer bestimmten Variable auf das gewünschte Ergebnis auswirkt. Wenn du beispielsweise unterschiedliche E-Mail-Betreffzeilen testest, um die Öffnungsrate zu steigern, könnte deine Hypothese lauten: "Wenn die Betreffzeile eine Dringlichkeit vermittelt, steigen die Öffnungsraten um 20 %."
3. Erstelle Varianten
Mit Ihrer Hypothese im Hinterkopf erstellen Sie nun die Variationen, die Sie gegeneinander testen möchten. Wenn Sie zum Beispiel Betreffzeilen von E-Mails testen, könnten Sie zwei verschiedene Versionen erstellen – eine mit einem Gefühl von Dringlichkeit und eine ohne. Stellen Sie sicher, dass sich jede Variation nur in dem von Ihnen getesteten Merkmal unterscheidet, und halten Sie alle anderen Elemente konstant. So können Sie den Einfluss der getesteten Variable isolieren.
4. Experiment durchführen
Sobald Sie Ihre Variationen erstellt haben, ist es Zeit, den A/B-Test zu starten. Je nach Plattform und Marketing-Software, die Sie verwenden, beinhaltet dies möglicherweise das Einrichten verschiedener E-Mail-Kampagnen, das Erstellen von Varianten einer Landingpage oder das Konfigurieren von Werbekampagnen mit unterschiedlichen Creatives. Stellen Sie sicher, dass das Tracking korrekt eingerichtet ist und Ihr Test ordnungsgemäß läuft.
5. Ergebnisse messen
Nachdem Ihr Test genügend Zeit gelaufen ist, um aussagekräftige Daten zu sammeln (in der Regel bis zur statistischen Signifikanz), ist es Zeit, die Ergebnisse zu analysieren. Vergleichen Sie die Performance jeder Variante anhand Ihrer vorab festgelegten Erfolgskriterien. Wenn Sie beispielsweise Betreffzeilen testen, vergleichen Sie die Öffnungsraten der jeweiligen Varianten, um festzustellen, welche besser abgeschnitten hat. Berücksichtigen Sie dabei auch externe Faktoren, die die Ergebnisse beeinflusst haben könnten.
Was kann ich mit A/B-Tests optimieren?
Mit A/B-Tests können Sie Änderungen an verschiedenen Komponenten Ihrer Marketingkampagnen testen:
- Text: Testen Sie verschiedene Überschriften für Webseiten oder Landingpages, Vorlagen, Fließtexte und Botschaften, um herauszufinden, was bei Ihrer Zielgruppe am besten ankommt.
- Call-to-Action (CTA): Probieren Sie verschiedene Farben, Formulierungen und Platzierungen von CTA-Buttons aus, um die Klickrate zu maximieren.
- Design und Layout: Untersuchen Sie die Wirkung verschiedener visueller Elemente, Schriftarten, Layouts und Formatierungen auf das Nutzerengagement.
- Navigation: Testen Sie unterschiedliche Navigationsstrukturen und Nutzerführungen, um das Surferlebnis vom Einstieg bis zum Checkout zu optimieren.
- Formulare: Optimieren Sie Formularfelder, Formlängen und Layouts, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern und die Zahl der Formularübermittlungen zu erhöhen.

Wo kann ich A/B-Tests einsetzen?
Etwas konkreter: Hier sind die verschiedenen Kanäle, auf denen Sie A/B-Tests durchführen können, plus Beispiele für spezifische Komponenten, die getestet werden können.
E-Mail-Marketing
- Betreffzeilen: Testen Sie unterschiedliche Längen, Stile, Tonalitäten und sogar Emojis, um herauszufinden, welche zu höheren Öffnungsraten führen.
- Absendernamen: Probieren Sie verschiedene Absendernamen oder E-Mail-Adressen aus, um zu sehen, ob bestimmte Varianten das Vertrauen und die Öffnungsrate erhöhen.
- E-Mail-Inhalte: Probieren Sie unterschiedliche Botschaften, Personalisierungstechniken und Inhaltsformate (z.B. reiner Text vs. HTML) aus, um herauszufinden, was bei Ihrer Zielgruppe am besten ankommt.
- Versandzeitpunkte: Testen Sie verschiedene Wochentage und Tageszeiten, um den optimalen Versandzeitpunkt für maximale Öffnungs- und Klickraten zu finden.
Social Media
- Werbemittel: Testen Sie verschiedene Bilder, Videos und Grafiken, um herauszufinden, welche die größte Aufmerksamkeit erzeugen und Klicks generieren.
- Targeting-Optionen: Experimentieren Sie mit verschiedenen Zielgruppen, demografischen Merkmalen, Interessen und Verhaltensweisen, um die reaktionsfreudigsten Segmente zu identifizieren.
- Anzeigeformate: Testen Sie verschiedene Anzeigeformate (z.B. Karussell-Anzeigen, Video-Anzeigen), um herauszufinden, welche das meiste Engagement und die meisten Conversions bringen.
- Text/Botschaften: Probieren Sie verschiedene Anzeigentexte, Überschriften und Calls-to-Action (CTAs) aus, um herauszufinden, welche Botschaften bei Ihrer Zielgruppe am besten ankommen.
Landingpages
- Überschriften: Experimentieren Sie mit verschiedenen Überschriftenvariationen auf Ihrer ABM-Landingpage, um herauszufinden, welche die Aufmerksamkeit der Zielaccounts fängt und sie dazu animiert, länger auf der Seite zu bleiben.
- Bilder: Testen Sie verschiedene Bilder, Grafiken, Farbschemata und Videos, um zu bestimmen, welche visuellen Elemente am besten bei Ihrem Publikum ankommen und zu höheren Konversionen führen.
- Formularfelder: Probieren Sie unterschiedliche Längen, Formate und Layouts der Formulare aus, um Reibungen zu verringern und mehr Formulareinsendungen zu erzielen.
- Layout: Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Seitenlayouts, einschließlich der Platzierung von Elementen wie Überschriften, Bildern, Formularen und CTAs, um den Nutzerfluss und Konversionspfade zu optimieren.
Bezahlte Werbung (PPC)
- Anzeigentexte: Experimentieren Sie mit verschiedenen Varianten von Anzeigentexten, einschließlich Überschriften, Beschreibungen und CTAs in Ihren Google Ads-Kampagnen, um herauszufinden, welche die höchsten Klickraten und Konversionsraten erzielen.
- Keywords: Testen Sie verschiedene Keyword-Variationen und Übereinstimmungstypen, um die effektivsten Keywords für mehr Konversionen zu identifizieren.
- Gebotsstrategien: Probieren Sie unterschiedliche Gebotsstrategien aus (z. B. manuelles Bieten vs. automatisiertes Bieten), um Ihre Werbeausgaben zu optimieren und den ROI zu maximieren.
- Targeting-Parameter: Testen Sie verschiedene Targeting-Parameter, darunter Demografie, Interessen und Verhaltensweisen, um die responsivsten Zielgruppen zu identifizieren.
Suchmaschinenoptimierung (SEO)
- Meta-Titel und Beschreibungen: Experimentieren Sie mit verschiedenen Title-Tags und Meta-Beschreibungen, um herauszufinden, welche zu höheren Klickraten auf den Suchergebnisseiten (SERPs) führen.
- URL-Strukturen: Testen Sie verschiedene URL-Strukturen und -Formate, um herauszufinden, welche am benutzerfreundlichsten und zugleich suchmaschinenoptimiert sind. Ein URL-Kürzer kann Ihnen hierbei helfen, verschiedene Varianten zu erstellen.
- Inhaltsvariationen: Probieren Sie unterschiedliche Inhaltsformate, Längen und Themen aus, um zu sehen, welche bei Ihrer Zielgruppe am besten ankommen und mehr Besucher anziehen.
- Interne Verlinkung: Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Strategien zur internen Verlinkung und mit unterschiedlichen Ankertexten, um die Navigation der Website und die Crawlbarkeit für Suchmaschinen zu verbessern.
Fallstudien: Beispiele für A/B-Tests
Um alles, was ich bisher in diesem Artikel erklärt habe, zu veranschaulichen, finden Sie hier drei Fallstudien, die Sie sich als Beispiele für A/B-Tests in der Praxis ansehen können.
Highrise: Landingpage-Marketing
A/B-Tests auf der Highrise-Marketingseite haben sich richtig ausgezahlt. Das Team nahm an, dass ein schlichtes Design, die sogenannte „Person Page“, mehr Nutzer anzieht und zu mehr Anmeldungen führt. Deshalb haben sie einen Test durchgeführt und es mit einem Design mit mehr Inhalt verglichen.
Das Ergebnis? Die „Person Page“ erzielte satte 47 % mehr bezahlte Anmeldungen (das ist mehr als doppelt so gut wie das ursprüngliche Design). Doch als sie das Design mit zusätzlichen Infos aufpeppten, sanken die Anmeldungen um 22 %.
In einem anderen Test stellte sich heraus, dass große, freundliche Kundenfotos und Kundenmeinungen die Anmeldezahlen unabhängig davon, wer auf dem Foto war, steigerten!

Highrise hat eine Landingpage-Variante im A/B-Test ausprobiert und 47 % mehr bezahlte Anmeldungen erzielt.
MailerLite: E-Mail-Marketing
Auch MailerLite hat mit verschiedenen Elementen in ihren E-Mails experimentiert, um zu sehen, was die besten Ergebnisse bringt.
Eines der getesteten Dinge war die Verwendung von Emojis in Betreffzeilen. Zunächst schien das im Jahr 2020 kaum einen Unterschied zu machen. Doch als weiter getestet wurde, zeigte sich ein Trend: Die Emojis fanden zunehmend Anklang beim Publikum. Neueste A/B-Testergebnisse zeigten, dass Betreffzeilen mit Emojis eine signifikant höhere Öffnungsrate hatten—37,33 % gegenüber 36,87 % ohne Emojis.
Ein weiteres interessantes Experiment war das Testen der Länge von Betreffzeilen. Sie fanden heraus, dass kürzere Betreffzeilen besser darin waren, Klicks von Abonnenten zu generieren. Tatsächlich erreichten prägnante Betreffzeilen eine Öffnungsrate von 100 % und eine beeindruckende Klickrate von 85,71 %.
Diese Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, verschiedene Elemente deiner E-Mail-Kampagnen zu testen, um herauszufinden, was bei deinem Publikum am besten ankommt.

Tomer Dean: UGC E-Commerce
Tomer Dean untersuchte, ob nutzergenerierte Inhalte (UGC) oder Stockfotos für ihre E-Commerce-Strategie besser funktionierten. Sie führten zahlreiche Tests durch, meist mit Modeartikeln, und verglichen echte Menschen mit professionell aufgenommenen Stockfotos.
In einem Vergleich wurde beispielsweise ein Stockfoto eines Nike-Sport-BHs mit einem Bild von Instagram nebeneinandergestellt. Die A/B-Testergebnisse? Das Instagram-Bild führte zu deutlich mehr Käufen—0,90 % im Vergleich zu nur 0,31 % beim Stockfoto. Dasselbe probierten sie mit einem Zara-Rock und Nike-Schuhen mit gemischten Ergebnissen. Aber als sie auf einer Landingpage ein Stockfoto von roten High Heels mit drei Nutzerfotos kombinierten, stiegen die Verkäufe deutlich an.
Diese Tests zeigten, dass UGC den Verkauf ankurbeln kann. Und das Beste: E-Commerce-Seiten machen im Schnitt etwa $3 pro Besucher, aber mit erfolgreichen Tests wie diesen kann dieser Wert um 50 % steigen!

Häufige Fehler beim A/B-Testing, die du vermeiden solltest
Damit du mit wenig Aufwand den größten Effekt erzielst, befolge meinen Rat und vermeide:
- Zu viele Variablen gleichzeitig testen: Begrenze die Anzahl der Änderungen zwischen den Varianten, um die Auswirkung jeder einzelnen Anpassung klar isolieren zu können.
- Statistische Signifikanz ignorieren: Stelle sicher, dass deine Stichprobengröße ausreicht und die Ergebnisse statistisch signifikant sind, bevor du Schlüsse ziehst.
- Unausgeglichener Traffic oder falsche Testdauer: Sorge für eine gleichmäßige Verteilung des Traffics zwischen den Varianten und führe Tests über eine angemessene Dauer durch, um Schwankungen im Besucherverhalten zu berücksichtigen.
P.S. Wenn du mehr über A/B-Testing lernen möchtest, haben wir eine tolle Liste mit Kursen zur Conversion-Optimierung, in die du dich vertiefen kannst.
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A/B-Testing ist ein unverzichtbares Werkzeug für Marketer. Es ermöglicht datengetriebene Entscheidungen und ständige Verbesserung. Vom Optimieren von CTAs über Landingpages bis hin zu E-Mail-Kampagnen liefert es unschätzbare Erkenntnisse zur Strategieoptimierung.
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