Die Welt der Informationssuche entwickelt sich ständig weiter. Früher musste man ein riesiges Buch aus dem Regal der Bibliothek wuchten, nur um die Antwort auf eine einfache Forschungsfrage zu finden. Dann revolutionierten Google und Bing den Prozess – nur ein Klick genügte. Wahrscheinlich sind diese beiden Suchmaschinen auch heute noch deine Hauptanlaufstellen.
Doch soziale Medien wie TikTok machen mittlerweile selbst den größten Suchmaschinen wie Google Konkurrenz. Besonders bei der jüngeren Generation wie der Generation Z zeigt sich, dass sich mit der Zeit, durch Technologie und generationsbedingt, alles verändern kann.
Der Aufstieg der sozialen Suche
Laut einer neuen Umfrage von Her Campus Media gaben 51% der Befragten an, dass ihre bevorzugte Suchmaschine TikTok statt Google sei. Doch nicht nur TikTok sorgt derzeit für Aufsehen im Bereich der Entdeckung neuer Inhalte. Laut dem State of Social and User-Generated Content Report von Tinted sagen 75,78 % der Konsument:innen, dass sie soziale Medien nutzen, um nach neuen Produkten und Marken zu suchen und diese zu entdecken.
Die einst dominierenden Suchmaschinen stehen nun unter erheblichem Konkurrenzdruck durch verbesserte Suchfunktionen innerhalb beliebter sozialer Plattformen wie TikTok und Instagram. Da dieser Trend weiter an Dynamik gewinnt, müssen Marketer ihre digitalen Strategien überdenken, um weiterhin sichtbar zu bleiben.
Die Auswirkungen der sozialen Suche im Arbeitsalltag
Als Beraterin für Social-Media-Strategien, die den Großteil ihrer Zeit auf TikTok verbringt, um nach Trends, Marken und Influencer:innen zu suchen, habe ich den Einfluss sozialer Suche und Entdeckung aus erster Hand erlebt. Immer wenn ich über aktuelle Trends informiert sein möchte, gehe ich instinktiv zur TikTok-Suchleiste und tippe entsprechende Schlüsselbegriffe ein.
Auch privat nutze ich die Suchfunktion von Instagram und TikTok intensiv, bevor ich neue Orte bereise – um vorab die Highlights und Must-Sees eines Reiseziels zu entdecken.
Außerdem kann ich den Einfluss sozialer Kanäle auf das Kaufverhalten nicht ignorieren. Nehmen wir zum Beispiel #TikTokMadeMeBuyIt – eine Bewegung, die dem sozialen Netzwerk zugeschrieben wird, weil es Marken und Produkte ins Rampenlicht rückt.
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Menschen und Marken nutzen soziale Kanäle heute nicht nur, um mit ihren Kund:innen in Kontakt zu treten, sondern stärken auch ihre Reichweite durch authentische und dynamische Social-Inhalte, die zu echten Kaufentscheidungen führen.
Tatsächlich gaben laut dem oben erwähnten Bericht von Tinted 68,75 % der Befragten an, ein Produkt aufgrund einer Empfehlung in den sozialen Medien gekauft zu haben. Und ich kann mich da nur anschließen – vergangenen Black Friday habe ich gleich drei Käufe direkt über Instagram oder TikTok getätigt.
Warum ist die soziale Suche so effektiv?
Aber warum gewinnt soziale Suche immer mehr an Bedeutung und erweist sich als so wirkungsvoll? Das liegt am Social SEO. Während Hashtags dabei helfen können, Inhalte zu kategorisieren, liegt der Schlüssel zur besseren Auffindbarkeit in den Schlüsselbegriffen, die innerhalb der Inhalte verwendet werden. Dadurch können die Social-Algorithmen die passenden Inhalte an die richtige Zielgruppe ausspielen und so die Sichtbarkeit erhöhen.
Wie funktioniert soziale Suche?
Bevor ich auf meine wichtigsten Tipps eingehe, wie man die Auffindbarkeit verbessert, schauen wir uns erst einmal die Unterschiede zwischen klassischen Suchmaschinen und Website-SEO sowie sozialer Suche an.
Die meisten Internetnutzer:innen suchen neue Produkte und Marken über Google und lesen dabei häufig Bewertungen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Genauso können sie jedoch auch auf Social Media Schlüsselwörter eingeben, um relevante Inhalte zu suchen und so neue Produkte und Marken zu entdecken.
In beiden Fällen gilt: Content ist King. Doch die Suchmöglichkeiten sozialer Medien sind oft dynamischer und visuell ansprechender als klassische Suchmaschinen.
Wer über Social Search sucht, erhält nicht nur Text und Bewertungen, sondern entdeckt eine visuellere Welt voller sehr persönlicher und vertrauenswürdiger Nutzerbeiträge in Form von Bildern und Videos mit vielen Details und großem Unterhaltungswert.
Soziale Suche kombiniert außerdem die Kraft des Storytellings mit SEO – denn gute Platzierungen gibt es nicht allein für die Verwendung relevanter Schlüsselwörter, sondern weil die Qualität der Inhalte letztlich Nutzer:innen zur weiteren Entdeckung animiert.
Stellen wir uns Folgendes vor: Ein:e Verbraucher:in möchte eine neue KI-Software kaufen. Eine Suche über die passenden Begriffe auf sozialen Kanälen bringt ähnliche Ergebnisse wie bei einer klassischen Suchmaschine, doch die Inhalte sind oftmals authentischer und dynamischer.

Mit der wachsenden Nachfrage nach Personalisierung, Komfort und Authentizität, die durch die Nutzung der sozialen Suche erlebt wird, verändert sich das gesamte Suchverhalten grundlegend – eine Entwicklung, die auch Google anerkennt, indem das Unternehmen Schritte zur Integration sozialer Inhalte in die Websuche unternimmt.
Dadurch werden traditionelle Suchergebnisse mit Social-Media-Profilen und -Inhalten wie TikToks und Instagram Reels kombiniert.
Und die Integration von Suche und Social Media wird stetig besser werden. Im kürzlich veröffentlichten Google-Report der 100 meistgesuchten Produkte des Jahres sieht man, dass viele dieser Produkte tatsächlich über TikTok entdeckt wurden. Dies zeigt, wie stark dieser Kanal das Attributionsmodell beeinflusst. Aus diesem Grund nehmen Marketer aller Branchen dies zur Kenntnis und überlegen, wie sie ihre für die Suche konzipierte Content-Strategie so anpassen können, dass sie auch in sozialen Algorithmen performt.

Führende Plattformen in der sozialen Suche
Blickt man speziell auf die Social-Media-Kanäle, überrascht es nicht, dass TikTok die Spitzenposition einnimmt. Tatsächlich ist diese Social-Plattform so überzeugt von ihren Suchfunktionen, dass sie ein neues Anzeigenformat namens „Search Ads“ eingeführt hat, das es Marken ermöglicht, während einer Suchanfrage präsent zu sein.
Beginnt die Suchreise, tippt der Nutzer eine Suchanfrage und relevante Keywords ein, und die Anzeigen erscheinen zwischen den Suchergebnissen. Klickt der Nutzer auf eine Suchanzeige, verwandelt sich diese in eine In-Feed-TikTok-Erfahrung – der Nutzer kann also direkt weiter durch die Suchergebnisse scrollen.
Derzeit sind Instagram und Pinterest hinter TikTok die stärksten Mitbewerber, es ist jedoch wahrscheinlich, dass andere Social-Plattformen diesem Trend folgen werden.

Strategien und Optimierung für Social
Marketer können von der sozialen Suche profitieren, indem sie qualitativ hochwertigen und optimierten Content auf Social-Media-Plattformen veröffentlichen, deren Algorithmen speziell auf die Suche ausgerichtet sind. Wie oben erwähnt, gilt das vor allem für TikTok, Instagram und Pinterest. Dabei stehen Ihnen verschiedene wirksame Strategien zur Verfügung:
Relevante Keywords in Bildunterschriften integrieren
Branchenspezifische Begriffe, Produktnamen und beschreibende Formulierungen als Keywords in Bildunterschriften und Hashtags helfen dabei, dass Inhalte bei Plattformsuchen prominent angezeigt werden. Dies steigert die Auffindbarkeit für relevante Suchanfragen und erhöht zudem die Chancen, auf Explore- oder For You-Seiten zu erscheinen.
Beschreibende Alt-Texte und Untertitel verwenden
Um visuelle Inhalte besser zugänglich zu machen, sollte beim Erstellen eines Beitrags unbedingt Alt-Text hinzugefügt werden. Dieser liefert nicht nur wertvolle Zusatzinformationen, sondern hilft auch den sozialen Plattformen, Ihre Inhalte thematisch besser einzuordnen. So können diese in passenden Suchergebnissen erscheinen.
Außerdem sollten Videos immer mit Untertiteln versehen sein, da die Algorithmen die darin eingebetteten Untertitel für Suchanfragen auswerten.
Markieren Sie den Standort Ihres Inhalts
Es wird Ihren potenziellen Kund:innen die Suche erheblich erleichtern, wenn Sie den Standort Ihres Unternehmens markieren, da Nutzer:innen häufig einen Ort oder ein Reiseziel in eine Suchanfrage einbeziehen.
Stärken Sie Ihre Profil-Bio mit Schlüsselwörtern
Der Profilbereich Ihres Social-Media-Kontos, in dem sich Ihr Handle und die Kontobeschreibung befinden, ist erstklassige Fläche für Social Search. Stellen Sie sicher, dass Sie relevante Schlüsselwörter in Ihrem Unternehmensnamen und Ihrer Beschreibung verwenden, damit Ihr Profil mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Suchergebnissen erscheint.
Bleiben Sie bei bewährten Content-Praktiken
Auch wenn diese Social-Media-Plattformen scheinbar zu „neuen Suchmaschinen“ werden, sollten Sie sich immer vor Augen halten, dass der Erfolg von Social Search auf zwei Grundprinzipien basiert: das Fördern authentischer Interaktion und das Verständnis der Nutzerintentionen.
Um die Kraft von Social Search erfolgreich zu nutzen, müssen Strategien über die Praxis hinausgehen, einfach Schlüsselwörter und Backlinks zu integrieren, wo immer möglich. Das oberste Ziel sollte und wird immer sein, Inhalte zu erstellen, die Nutzer:innen aktiv konsumieren und mit denen sie sich beschäftigen möchten.
Stellen Sie Ihre Zielgruppe in den Mittelpunkt Ihrer Strategie und fragen Sie sich: Was ist meinen Nutzer:innen wichtig? Wie kann ich ihre Aufmerksamkeit so lange fesseln, dass ein positiver Eindruck meiner Marke bleibt? Wenn die Inhalte einmal fließen, lassen Sie die Algorithmen ihre Arbeit tun – Ihre Zielgruppe wird zu Ihnen finden.
Nutzen Sie schließlich Social-Media-Analysetools, um die Performance Ihrer Social-Search-Kampagnen zu überwachen – und optimieren Sie diese bei Bedarf weiter.
Die Social-Search-Revolution begrüßen
Wie Sie sehen, ist die Customer Journey eng mit nahtlosen Social-Media-Erlebnissen verknüpft. Die Zukunft der Suche wird weiterhin die Integration von Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen vorantreiben – für eine noch stärker vernetzte Suche.
Was denken Sie über Social Search? Haben Sie kürzlich statt einer Suchmaschine lieber direkt in einem sozialen Netzwerk nach Informationen gesucht? Hinterlassen Sie unten einen Kommentar oder teilen Sie Ihre Meinung mit uns auf LinkedIn. Je mehr Erfahrungen wir zu diesem Thema austauschen, desto besser können wir strategische Entscheidungen treffen.
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