Eine starke Markenstrategie ist eine absichtsvolle, konsistente Herangehensweise, mit der Sie beeinflussen, wie Menschen Ihre Marke wahrnehmen, ihr vertrauen und sie auswählen. Sie unterscheidet vergessene Unternehmen von führenden Akteuren ihrer Branche.
In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen, was es tatsächlich braucht, um eine solide Brand-Marketing-Strategie aufzubauen. Angefangen bei der Definition Ihrer Markenidentität über die Sicherstellung, dass jeder Berührungspunkt diese widerspiegelt, stelle ich die wichtigsten Schritte vor, die sich bewährt haben. Außerdem zeige ich, wie führende SaaS-Unternehmen es richtig machen – damit Sie es ebenfalls tun können.
Was ist Brand Marketing?
Brand Marketing ist die strategische Praxis, wie Ihre Zielgruppe Ihre Marke wahrnimmt, sich mit ihr verbunden fühlt und sie im Gedächtnis behält.
Das Hauptziel ist es, Vertrautheit und Vertrauen aufzubauen, indem die Identität, Geschichte und Werte Ihrer Marke über alle Kontaktpunkte (Website, Werbung, Social Content und Kundensupport) hinweg konsistent kommuniziert werden, sodass alles wie aus einer authentischen Quelle stammt. Mit der Zeit fördert diese Differenzierung Kundenloyalität, Markenwert und langfristiges Unternehmenswachstum.
Brand Marketing verbindet sowohl greifbare als auch nicht greifbare Elemente: Ihre visuelle Identität (wie Ihr Logo oder Ihre Farbpalette), Ihre Kommunikation (z. B. Slogan und Tonalität) und tiefere Eigenschaften wie Werte, Zweck und Markenpersönlichkeit.
Richtig umgesetzt kann Brand Marketing Ihr Unternehmen in den Augen Ihrer Zielgruppe von einem bloßen Produktanbieter zu einem vertrauenswürdigen Partner machen.
Branding vs. Marketing
Branding und Marketing sind eng miteinander verbunden, erfüllen aber ganz unterschiedliche Aufgaben. Marketing bewirbt, was Sie anbieten. Branding definiert, wer Sie sind. Das eine schafft das Fundament, das andere baut darauf auf.
| Branding | Marketing |
| Definiert Identität, Sprache und Werte | Bewirbt Produkte und schafft Nachfrage |
| Langfristig, strategisch und grundlegend | Kurzfristig, taktisch und kampagnengetrieben |
| Prägt Wahrnehmung über alle Kontaktpunkte | Setzt Kanäle wie Werbung, E-Mail, Social Media um |
| Sorgt intern für Abstimmung und Konsistenz | Steigert externe Aufmerksamkeit und Konversion |
PRO-Tipp: Prüfen Sie vor dem Start Ihrer nächsten Kampagne, ob sie zu Ihrer Markenidentität passt. Spiegeln Ton, Design und Botschaft die Kernwerte Ihrer Marke wider? Wenn nicht, überprüfen Sie Ihr Markenfundament – denn großartiges Marketing kann schwammiges Branding nicht beheben.
Wie Sie eine Brand-Marketing-Strategie entwickeln
So entwickeln Sie in sieben Schritten eine Brand-Marketing-Strategie, die Aufmerksamkeit gewinnt, Vertrauen schafft und Kunden zu loyalen Fürsprechern macht.
1. Verstehen Sie den Zweck Ihrer Marke
Eine Marke ohne Zweck ist bloß eine Ware. Der Zweck gibt Menschen einen Grund, sich zu interessieren – und Sie auszuwählen. Beginnen Sie mit der Frage: Welche Veränderung wollen wir in der Welt bewirken? Ihr Zweck sollte den Impact widerspiegeln, den Sie über Umsatz hinaus erzielen möchten. Denken Sie an den ursprünglichen Zweck von Uber: „Transport so verlässlich machen, wie fließendes Wasser.“ Einfach, spezifisch und kundenorientiert.
Suchen Sie die Schnittmenge zwischen dem, was Ihrer Zielgruppe wichtig ist, und dem, was Ihr Unternehmen am besten kann. Für ein B2B-SaaS-Unternehmen könnte der Zweck etwa lauten: „Datenteams helfen, so schnell wie Entscheidungen agieren zu können“ oder „Compliance für schnell wachsende Startups unkompliziert machen.“
Der Zweck sorgt für Ausrichtung im Team, lenkt strategische Entscheidungen und zieht loyale Kunden an, die Ihre Werte teilen. Laut Razorfish erwarten 64 % der Verbraucher, dass mittelständische Unternehmen einen klaren Zweck haben – und sie unterstützen eher Marken, die für etwas stehen.
PRO-Tipp: Verwechseln Sie Zweck nicht mit einem Werbeslogan. Er ist Ihr interner Nordstern, nicht Ihre nächste Anzeigenzeile.
2. Ihre Marke im Detail ausarbeiten
Menschen sind darauf programmiert, schnell zu urteilen. Forscher der Princeton University fanden heraus, dass wir bei einer Person innerhalb von nur einem Zehntel einer Sekunde entscheiden, ob sie vertrauenswürdig ist.
Ihre Marke muss diesen Bauchgefühl-Check auf Anhieb bestehen – noch bevor Sie die Gelegenheit haben, die ganze Geschichte zu erzählen. Im SaaS-Bereich geschieht dieser erste Eindruck oft auf Ihrer Homepage, der Preisseite oder sogar im LinkedIn-Profil Ihres CEOs.
Um die einzigartige Identität Ihrer Marke im Detail zu gestalten, konzentrieren Sie sich auf:
- Mission Statement: Ihre langfristigen Ziele.
- Werte: Die Prinzipien, die Ihre Marke leiten.
- Persönlichkeit: Die Stimme Ihrer Marke in Ihrer Kommunikation.
- Positionierung: Wie Sie sich von Wettbewerbern abheben.
- Logo: Die visuelle Identität, die Ihre Marke repräsentiert.
- Farbpalette: Ein Farbschema, das die Persönlichkeit Ihrer Marke widerspiegelt.
- Schriftarten: Typografie, die zu Ihrer Stimme passt.
- Bildsprache: Definition der Fotos und Illustrationen, die zu Ihrer Marke passen.
PRO-Tipp: Kommunizieren Sie mit Klarheit, Konsistenz und Selbstvertrauen. Die visuelle Identität, der Text und die Tonalität Ihrer Marke sollten Ihrem Wunschkunden sofort signalisieren: „Wir verstehen dich“.
3. Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe
Wenn Sie versuchen, jeden anzusprechen, erreichen Sie am Ende niemanden. Starke Markenbildung beginnt damit, Ihre „Leute“ zu kennen – diejenigen, die kaufen, glauben und wiederkommen werden.
Erstellen Sie Zielgruppen-Personas, die über reine demographische Daten hinausgehen. Natürlich: notieren Sie Rolle (z.B. Director of RevOps), Einkommensbereich und Standort – aber tauchen Sie auch tiefer ein:
- Wo sie sich online aufhalten (LinkedIn? Reddit? Product Hunt?)
- Welchen Inhalten sie vertrauen (Lesen sie Forrester-Reports oder schauen sie TikToks?)
- Was ihre Kaufentscheidungen beeinflusst (Schnelligkeit? Einfachheit? Vor dem Chef gut dastehen?)
- Die emotionalen Treiber ihres Verhaltens – Angst, Budget zu verschwenden, Wunsch, wie ein Visionär zu wirken, usw.
Sie können keine Markenresonanz ohne Relevanz schaffen. 64 % der Verbraucher geben an, eine emotionale Verbindung zu ihren Lieblingsmarken zu haben – und emotionale Loyalität ist das, was langfristige Bindung und höheren LTV vorantreibt. (Quelle: Harvard Business Review).
PRO-Tipp: Anstatt generische Personas zu erstellen, sprechen Sie mit echten Kundinnen und Kunden. Verkaufsgespräche, Kundeninterviews und Win/Loss-Analysen decken die emotionale Sprache und unerfüllte Bedürfnisse auf, die Ihre Marke ansprechen sollte.

4. Entwickeln Sie Ihr Marken-Positioning
Marken-Positionierung ist Ihr Standpunkt – warum Ihre Marke und nicht die andere. Wenn Sie das nicht selbst bestimmen, definieren Ihre Wettbewerber (oder Ihre Kunden) es für Sie.
Beginnen Sie damit, Ihren einzigartigen Vorteil herauszustellen. Was können Sie glaubwürdig behaupten, was andere nicht können? Sind Sie:
- Die günstige Wahl (wie das frühe Land-and-Expand-Modell von Zoom)?
- Die Premium-Option (wie Superhuman mit exklusivem Invite-only-Modell)?
- Der Innovator (wie Notion, das sich ständig weiterentwickelt, um voraus zu sein)?
- Der Experte (wie HubSpot, mit Content-Burggraben und Markenautorität)?
- Der kundenfokussierte Außenseiter (à la Gorgias vs. Zendesk)?
Untermauern Sie das nun mit Tonalität, Handlungen und Beweisen. Wendy’s nutzt eine freche Stimme, um Gen Z Nahbarkeit zu signalisieren. Tesla hat ein Auto ins All geschossen, um zu zeigen: „Wir sind visionär.“ Für Oracle wäre das undenkbar – und genau darum geht es. Positionierung bedeutet nicht nur, was Sie sagen, sondern auch, wie Ihre Marke sich verhält.
Eine starke Position ermöglicht besseres Marketing, prägnantere Botschaften und höhere Conversion Rates. Laut einem Bericht von McKinsey verzeichnen Marken mit klarer Positionierung ein 20 % stärkeres Wachstum als die Konkurrenz.
PRO-Tipp: Stellen Sie sicher, dass Ihr internes Team Ihr Positioning im Schlaf beherrscht. Wenn Vertriebspräsentation, Homepage und LinkedIn-Profil des Gründers unterschiedliche Geschichten erzählen, verlieren Sie Vertrauen. Nutzen Sie z. B. Markenschutz-Software, um zu prüfen, wie Ihr Positioning am Markt ankommt.
5. Entwickeln Sie Ihre Messaging-Strategie
Messaging erweckt Ihre Marke zum Leben. Es ist die Art, wie Sie in jedem Satz Ihren Zweck, Ihre Persönlichkeit und Ihre Position vermitteln.
Definieren Sie Ihre Marken-Story, Ihre Wertversprechen und Ihren Sprachstil. Setzen Sie diese Elemente konsistent über Ihre Website, Anzeigen, Vertriebsunterlagen und Social-Media-Inhalte hinweg ein. Zendesk zum Beispiel erstellte eine Parodie-Bandseite – Zendesk Alternative –, um Suchverkehr der Konkurrenz umzuleiten. Es funktionierte, weil es dem spielerisch-frechen Ton entsprach. Für eine Marke wie Adobe würde das nicht passen.
Konsistente Botschaften schaffen Vertrauen und können den Umsatz um bis zu 23 % steigern (Lucidpress). Es ist nicht einfach Text – es ist Treibstoff für Konversionen.
PRO-Tipp: Erstellen Sie einen Messaging-Guide, den das gesamte Team nutzen kann. Kohärenz ist immer wichtiger als reine Kreativität.
6. Verfeinern Sie Ihre Content-Marketing-Strategie
Mit Inhalten beweisen Sie, dass Sie es wert sind, beachtet (und gekauft) zu werden.
Erstellen Sie Inhalte, die bilden, reale Probleme lösen und stets Ihre Markenstimme widerspiegeln. Verfassen Sie beispielsweise Blogs, die komplexe Themen verständlich erklären, Videos, die Ihr Team menschlich zeigen, und Podcasts, die Ihre Führungskräfte als Insider positionieren. Konzentrieren Sie sich auf:
- Lösen von Pain Points der Zielgruppe
- Weitergabe von Expertenwissen (nicht nur Meinungen)
- Konsistente Vermittlung Ihrer Tonalität und Werte
Gute Inhalte schaffen Vertrauen, bevor Ihr Produkt überhaupt ins Gespräch kommt.
PRO-Tipp: Setzen Sie Priorität auf Tiefe statt Masse. Ein wirklich hilfreicher Beitrag, der rankt, geteilt wird und Anmeldungen generiert, ist besser als zehn beliebige Blogposts – und liefert dabei echten Mehrwert, steigert die Markenbekanntheit und stärkt Ihre SEO-Präsenz.
7. Marketingkampagnen durchführen, testen und optimieren
Erstellen Sie Markenaktivierungskampagnen, die die Werte und die Stimme Ihrer Marke widerspiegeln, und testen Sie diese konsequent über verschiedene Kanäle hinweg. Soziale Werbeanzeigen sind eine beliebte Wahl – 80% der Markenvermarkter nutzen sie, um die Markenbekanntheit zu steigern (HubSpot). Aber dabei sollte es nicht bleiben. Erforschen Sie ebenfalls:
- Bezahlte Suche
- E-Mail-Sequenzen
- Partnerschaften mit Influencern
- Live-Events und redaktionelle Berichterstattungen
Bleiben Sie Ihrer Tonalität treu – egal ob sie mutig, verspielt oder direkt ist – und verfolgen Sie, was wirklich Wirkung zeigt. Nutzen Sie Brand-Tracking-Tools oder Umfragen nach der Kampagne, um Wahrnehmungsverschiebungen zu messen.
PRO Tipp: Betrachten Sie jede Kampagne als Markenerlebnis-Experiment. Welche Botschaft hat Anklang gefunden? Welches visuelle Element hat Aufmerksamkeit erzeugt? Behalten Sie, was funktioniert. Streichen Sie, was nicht funktioniert. Wiederholen Sie es. Organisieren Sie die Assets, die funktioniert haben, mit einer Brand-Asset-Management-Software. Analysieren Sie Leistungsdaten und nutzen Sie Markenmanagement-Software und Plattformen für Textnachrichten, um die Wahrnehmung Ihrer Marke bei Ihrer Zielgruppe zu messen.
Beispiele für großartiges Markenmarketing
Sie müssen kein riesiger Markenname wie Coca-Cola oder Nike sein, um vom Markenmarketing zu profitieren. Sehen wir uns einige beeindruckende Beispiele für effektives Markenmarketing in der SaaS-Branche an:
Mailchimp

Mailchimp bringt mit seinem sympathischen Affen-Maskottchen eine ordentliche Portion Persönlichkeit in den sonst eher trockenen E-Mail-Bereich. Das Rebranding 2018 verschob Mailchimp von „lustig“ zu „eigenwillig“, mit Illustrationen, die an ein Buch von Roald Dahl erinnern.
Aus Marketingperspektive hat das Unternehmen stets die Bereitschaft gezeigt, neue Medien auszuprobieren und auch mal über sich selbst zu scherzen. Besonders deutlich wurde dies in Mailchimps Werbeanzeigen im viralen Podcast Serial aus dem Jahr 2014, bei denen normale Leute den Markennamen vorlesen – und falsch aussprechen.
Statt das Budget in aufwändige Kampagnen zu stecken, setzte Mailchimp auf Tonalität, Konsistenz und Kananl-Experimente – und gewann so auf kosteneffiziente Weise Vertrauen, Aufmerksamkeit und eine starke Bekanntheit.
Monday.com

Videoanzeigen von Monday.com, einem Work-Operating-System, tauchen mir häufig bei YouTube auf – deshalb kam mir die Marke bei dieser Liste sofort in den Sinn. (Das ist Markenmarketing in Aktion!) Sie setzen auf verschiedene Video-Werbemethoden zur Steigerung der Markenbekanntheit – von Stop-Motion-Animationen bis hin zu knackigen 1-zu-1-Interviews mit Anwender:innen.
Mein Lieblingsvideo von Monday.com trägt den Titel „Sagen Sie ineffizientem Schulterklopfen adieu und begrüßen Sie Effizienz.“ Es ist witzig und nachvollziehbar, hebt die Marke aber gleichzeitig auf eine höhere Ebene: Das Video zeigt, wie ein Büroarbeiter genervte Kolleg:innen antippt, um eine Frage zu stellen – und präsentiert Monday.com als die überlegene Lösung.
Dieser Ansatz ist direkt mit der Entwicklung von Marken- und Content-Strategie verknüpft: klare Bildsprache, konsistente Tonalität und Botschaften, die emotional wie funktional treffen.
SurveyMonkey

Eine Partnerschaft zwischen der Tennislegende Serena Williams und der Umfragesoftware SurveyMonkey? Tatsächlich! Serena Williams, seit 2017 im Vorstand von SurveyMonkey, führte ihre eigene „Influencer“-Umfrage durch und spielte die Hauptrolle in einer Videoanzeige der Marke.
Was steckt dahinter? SurveyMonkey, das 2021 versuchte, sich in „Momentive“ umzubenennen, aber zwei Jahre später wieder zurückruderte, arbeitet daran, seine verbraucherorientierte Markenidentität mit der zunehmend B2B-ausgerichteten Zielgruppe in Einklang zu bringen. Um diesen Wandel zu unterstützen, hat SurveyMonkey auch Umfragen bei prominenten B2B-Influencer:innen wie Arianna Huffington, Draymond Green und LinkedIn-Vorsitzendem Jeff Weiner in Auftrag gegeben.
Dieser Schritt unterstützte die strategische Marketingführung und die Entwicklung der Markenstrategie und half SurveyMonkey, sich neu zu positionieren, ohne an Markenwert zu verlieren.
Markenwachstum auf lange Sicht
Markenmarketing ist schwierig erfolgreich umzusetzen: Sie müssen nicht nur Ihre Organisation auf die Werte, die Identität und die Botschaften ausrichten, die Ihre Zielgruppe ansprechen – Sie müssen diese auch über Jahre hinweg beibehalten, oft ohne viele direkte Erfolgskennzahlen. Genau deshalb ist auch Marken-Attribution entscheidend.
Doch Unternehmen, die eine Markenmarketing-Strategie entwickeln und konsequent verfolgen, werden belohnt. Markenbekanntheit ist nur der Anfang: Sie gewinnen auch Kundentreue, steigern den Umsatz und können ihren Markenwert mit der Zeit ausbauen.
Mehr zum Thema Markenmarketing finden Sie in unserem Leitfaden zum Brand Storytelling im B2B-Marketing oder in einem Kurs zum Markenmanagement, der zu Ihrem Lernstil passt. Und nicht vergessen: Abonnieren Sie auch den The CMO Newsletter für die neuesten Trends, Technologien und Tools im Marketing.
